Abriss als Chance begreifen?

Abbruch der KHD-Hallen scheint unabwendbar

Kalk (ac). Stahlskelettbauten dürften, folgt man der offiziellen Begründung der Stadt Köln, nur eine Lebensdauer von circa 100 Jahren haben: "Letztlich ist festzustellen, dass die ehemaligen Industriehallen 76 und 77 der KHD in Köln Kalk das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben. 

Die Hallen wurden 1901 und 1906 errichtet", heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung zum geplanten Abriss der einsturzgefährdeten ehemaligen Industriehallen, die von der Stiftung Ludwig als Lagerhallen des Museums genutzt wurden. Eine weitere Pressemitteilung begründet den schlechten Zustand der Hallen damit, dass die zum Otmar-Pohl-Platz gelegene Außenwand mit Stahlskelett ursprünglich als Innenwand geplant war und durch Witterungseinflüsse angegriffen sei.

Die SPD-Bezirksfraktion macht in einem Antrag, der zur nächsten Sitzung der Bezirksvertreter am 28. April verhandelt werden soll deutlich, dass man sich mit dem Abriss abgefunden hat: Die Lokalpolitiker fordern einen Erhalt der benachbarten "Halle Kalk" als Theaterstandort, bei den Abbrucharbeiten soll darauf geachtet werden, dass diese keinen Schaden nimmt. An Stelle der abzureißenden Hallen fordert der Antrag den Bau einer festen Ausstellungshalle für die Bestände des Museums Ludwig. Einen Erhalt wünschen die Sozialdemokraten ausdrücklich für die historische Krananlage. Die Kantinen-Container sollen auf Wunsch der SPD vom Otmar-Pohl-Platz entfernt werden, außerdem soll dort Raum bleiben für ein Azubi-Wohnprojekt.

Unverständnis für den Abriss äußert Boris Sieverts, Stadtführer und Aktivist:
"Wie kann die Stadt Köln zwei denkmalgeschützte Hallen, von denen eine sich noch dazu in einer vertraglich zugesicherten Nutzung befindet, so verkommen lassen, dass sie angeblich abgerissen werden müssen?", kritisiert er in einem Rundschreiben die Pläne. In der Tat meldete die Stadt erste statische Probleme bereits 2011.

Sieverts befürchtet eine zunehmende Gesichtslosigkeit für Kalk: "Welche Rolle teilt die Stadt Köln dem Ottmar-Pohl-Platz zu, der einmal als Theatervorplatz und städtebauliches Entree nach Kalk Süd gedacht war (...)?" fragt er. "Mit dem Abriss der Hallen würde der Ottmar Pohl-Platz endgültig zum architektonischen und städtebaulichen Desaster. Eine halt- und gesichtslose Pflasterwüste zwischen 08/15-Wohnungsbau und den von Securitydiensten gesicherten Zugängen und Kantinencontainern des Kalk Karrees."
Stadtkonservator Dr. Thomas Werner verweist darauf, dass er noch nicht in den formellen Ablauf eingebunden ist.

Letzte Änderung: Donnerstag, 08.10.2015 17:12 Uhr

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