Von Montserrat Manke
Wesseling. Frank Kuhl, Unternehmer aus Berzdorf und
Geschäftsführer der Kuhl-Gruppe, hat ein Herz für
die Umwelt. Zusammen mit Holger Schieren, Geschäftsführer
der "Schako Foamtec" aus Dormagen wurde im Rahmen einer
internationalen Pressekonferenz in einem Kölner Nobelhotel die
Lösung für die Umweltkatastrophe am Golf von Mexico der
staunenden Öffentlichkeit vorgestellt.
Das Geheimnis, um das ausgelaufene Öl zu binden liegt in der Symbiose zweier Produkte der Firmen: "Schakoulit Oil Fix" ist ein Perlit aus natürlichem Lavagestein, welches das Öl von der Oberfläche einfach aufsaugt. Doch der Rohstoff verklumpt mit der Zeit und sinkt zu Boden, und hier kommt das Lösungsmittel "KU2" aus Wesseling ins Spiel: Ins Wasser gespritzt löst es das Öl von der Verklumpung und es kommt wieder nach oben, wo es von "Oil fix" aufgesaugt werden kann.
Bislang bemühen sich Frank Kuhl und Holger Schieren, Geschäftsführer der Schako, nach eigenen Angaben allerdings vergebens beim amerikanischen Verursacher der Ölkatastrophe, der BP. "Die steigen nur da ein, wo sie selber mit 25 Prozent beteiligt sind", hieß es bei der Pressekonferenz.
Darüber hinaus sei man bei Gesprächen mit
Entscheidungsträgern - unter anderem in Washington - immer
wieder auf Widerstände gestoßen: "Was ist da
für mich dabei?", soll gefragt worden sein.
Doch jetzt würde der Ruf nach der deutschen Lösung in
Übersee immer lauter, mittlerweile würden Spenden von
Privatleuten vorliegen, die das Projekt finanzieren sollen. Um in
den Staaten Fuß zu fassen, wurde eine amerikanische
Vertriebsfirma mit dem Verkauf beauftragt, die "Oil Capture
International LCC". Sie soll die Mittel auf dem US-Markt
etablieren.
Doch "KU2" könne noch mehr: Das Reinigungsmittel sei auch hervorragend dazu geeignet, um beispielsweise die verunreinigten Tiere zu säubern, und das völlig ungefährlich: "Allergiker kaufen unser Mittel und Pferdehalter waschen damit ihre Tiere", sagte Kuhl zum Werbekurier, der im Rahmen der Entwicklung des neuen Produktes schon zwölf neue Arbeitsplätze in Berzdorf geschaffen hat.
Zustande gekommen war die Zusammenarbeit der beiden Firmen, die im Rahmen der Pressekonferenz die Verträge unterzeichneten, übrigens durch "Kommissar Zufall": Kuhl und Schieren lernten sich im Flieger nach Deutschland kennen und kamen ins Gespräch. Und anstatt sich gegenseitig Konkurrenz zu machen, beschloss man an einem Strang zu ziehen. Der nächste Schritt wird demnach folgerichtig sein, aus beiden patentierten Mitteln eins zu machen, und das soll Ende des Jahres zum Einsatz kommen.
Doch jetzt müssen erst mal die Hürden am amerikanischen Markt genommen werden, und wenn alles klappt, kann man die Mittel in "zwei bis drei Wochen" zur Rettung des Golfes von Mexiko einsetzen. Dann würde tatsächlich auch ein Wesselinger Produkt dazu beitragen, die wahrscheinlich größte Umweltkatastrophe aller Zeiten einzudämmen.



