Ehrenfeld (an). Der Saal des Berufskollegs Weinsbergstraße
war bis auf den letzten Platz besetzt, und dennoch drängelten
sich vor der Türe noch zahlreiche weitere Interessierte. Vor
allem junge Leute waren unter den rund 700 Bürgern, die sich
zur Informationsveranstaltung über die Zukunft des
Heliosgeländes eingefunden hatten, zu der
Bezirksbürgermeister Josef Wirges eingeladen hatte.
Paul Bauwens-Adenauer, der Geschäftsführer der Bauwens
GmbH und Co KG, stellte den Besuchern dabei persönlich die
Pläne des Investors vor. Seine Ausführungen wurden von
lautstarken Zwischenrufen begleitet. Weder das 20.000 Quadratmeter
große Einkaufszentrum, noch die Ansiedlung kultureller
Einrichtungen wie des Zentrums für alte Musik im Turm der
früheren Helios AG trafen bei den Anwesenden auf Gegenliebe.
"Wir möchten gerne Musik, die auch für unter
60-Jährige geeignet ist", so ein Zuruf. Viele der
jüngeren Bürger befürchten, dass der
"alteingesessene" Musikclub Underground der neuen
Architektur und den neuen Mietern der Bauwens-Gruppe weichen
müsste. Ähnliche Bedenken werden von vielen Bürgern
auch hinsichtlich des Einkaufszentrums gesehen. Paul
Bauwens-Adenauer erklärte, entstandene "Lücken"
im Sortiment von Ehrenfeld füllen zu wollen, die sich vor
allem auf der Venloer Straße aufgetan hätten. Viele
Besucher reagierten mit Bedenken. Sie befürchten, dass mit dem
Bau eines "Konsum-Zentrums" die gewachsene Struktur
Ehrenfelds mit seinen kleinen Geschäften und Läden
gefährdet würde.
Darauf wies auch Hanswerner Möllmann hin, Sprecher der
Bürgerinitiative Helios.
Baudezernent Bernd Streitberger erklärte derweil, dass ein
internationaler Architekturwettbewerb für das
Helios-Gelände erst noch anstehe. Bisher sei noch gar nichts
konkret, da sich die Planung noch ganz am Anfang befände. Paul
Bauwens-Adenauer betonte zudem die Bereitschaft des Investors zu
Gesprächen, um gemeinsam mit den Bürgern Lösungen zu
finden.
Die Bürgerinitiative forderte ihrerseits, die Bürger bei
einem städtebaulichen Konzept für das Helios-Gelände
stärker einzubinden, etwa durch eine vertiefte
Bürgerbeteiligung. Die räumlichen Strukturen sollten von
Bürgern und unabhängigen Fachleuten entwickelt werden, so
die Forderung der Bürgerinitiative.
Gegenwehr für Pläne
Diskussionen um die Zukunft des "Helios"-Geländes
Letzte Änderung: Mittwoch, 13.10.2010 11:19 Uhr
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