"Augen zu und durch"

Neue Rheinschule offiziell eingeweiht

Von Montserrat Manke

Urfeld. Das waren bedeutungsschwangere Worte, die Bürgermeister Hans Peter Haupt in seiner Rede verwendete: "Es ist in der Tat ein außergewöhnliches Ereignis, das sich auch in den kommenden Jahren nicht so schnell wiederholen wird: die Einweihung eines ganz neuen zukunftsweisenden Schulgebäudes".

Doch der Neubau der Grundschule in Urfeld sei notwendig geworden, rief der Bürgermeister den über 200 geladenen Gästen bei der offiziellen Eröffnung noch mal in Erinnerung. 2007 war es, als der Erweiterungsbau der alten Rheinschule für die Ganztagsschule geplant wurde, und hier schnell klar wurde, dass man mit den vorhandenen Räumlichkeiten am Urfelder Rheinufer nicht sehr weit komme.

Zu klein der Schulhof, zu groß die Kosten für eine Aufstockung des vorhandenen Schulgebäudes, welches sich darüber hinaus auch noch aus vier zu verschiedenen Zeiten gebauten Teilen zusammen setzte. Ein weiteres Problem stellte die nicht vorhandene Kompatibilität der alten Gebäudestruktur zum beabsichtigten Neubau in technischer Hinsicht dar.

Ortsbürgermeister Manfred Rothermund gab in seiner Rede den Gästen einen intimen Einblick auf die damaligen Geschehnisse: So habe Hans Mauel (SPD-Fraktionschef) sonntags bei ihm angerufen, und man habe sprach sich gemeinsam für einen Neubau aus. Und bei der entscheidenden Sitzung des Rates standen Rothermund, Altbürgermeister Günter Ditgens und CDU-Fraktionsschef Josef Recht "im Türrahmen" zehn Minuten vor Sitzungsbeginn und noch bevor Rothermund auf die Frage antworten konnte "Was machen wir?" verkündeten beide unisono "Augen zu und durch".

Und so stimmten die Ratsmitglieder gegen die Erweiterung der alten Schule und gaben im Gegenzug der Verwaltung den Auftrag, zu prüfen, wo man eine neue Schule hinbauen könnte, wie die aussehen könnte und was das kosten würde.

Im Herbst und Winter vor drei Jahren dann wurden nach den Abstimmungen zwischen Schulkollegium und Verwaltung vier Architektenbüros beauftragt, eine Schule mit den entstehenden Kosten zu planen. Ein Gremium prüfte die Ergebnisse und schließlich erhielt ein Frechener Architekturbüro den Zuschlag im Mai 2008.

"Wer den halbkreisförmigen Gebäudekomplex betrachtet, kann nachvollziehen, dass die Entscheidung einstimmig gefallen ist", sagte Haupt in seiner Rede. Man habe sowohl den Kostenrahmen von 6,21 Millionen Euro als auch die Bauzeit eingehalten, freute sich der erste Bürger der Stadt, denn pünktlich nach den Sommerferien konnten die Schüler ihre neue Schule "beziehen".

Im Erdgeschoss des innovativen Baus sind sich die sechs Klassen- und Gruppenräume der ersten und zweiten Klassen, die vier Gruppenräume der offenen Ganztagsschule sowie die Mensa, die auch als Aula genutzt wird mit der Küche, der Bühne, den Nebenräumen und den zentralen Sanitäranlagen.

Im Obergeschoss sind ebenfalls sechs Klassen- und Gruppenräume (Klassen drei und vier), eine Schülerbibliothek sowie die Räume des Lehrerkollegiums. Der Clou bei allen Klassen- und OGS-Räumen: Sie sind mit einem eigenen Eingang direkt von außen erreichbar.
Althergebrachte Tafeln sucht man übrigens vergebens in der Rheinschule: Alle Klassenzimmer haben so genannte "Active Whiteboards", einer Art elektronischer Schultafel, die über den Computer gesteuert werden.

Hinter der Schule ist ein so genanntes "grünes Klassenzimmer": Es gibt eine große Rasenfläche, Sitzkreise, und große Natursteinbrocken als Sitz- oder Tischflächen zum Arbeiten im Grünen.

Und auch in Sachen Energie wurde bei der Rheinschule auf moderne Technik gesetzt: Das Gebäude wird mit einer Fußbodenheizung beheizt, dabei erfolgt die Wärmeversorgung über eine Pumpe, die die Wärme über 50 Sonden 35 Meter tief aus dem Erdreich holt. Im Sommer hingegen wird überschüssige Wärme in das Erdreich abgegeben, und die Schule dadurch gekühlt.

Alle Klassen sind mit einer Be- und Entlüftungsanlage mit reiner Außenluft und Wärmerückgewinnung versehen, die Steuerung dieser Anlage erfolgt über die Messung des CO2 Gehaltes in der Raumluft.

Außerdem wird das Licht automatisch gesteuert und Regenwasser geht nicht in den Kanal, sondern versickert in einer eigenen Rigole, einer Art unterirdischem Graben.

Beim Tag der offenen Türe, der im Anschluss an den Empfang stattfand, konnten sich alle Wesselinger von der gelungenen Architektur der neuen Rheinschule überzeugen, und davon, wie toll die Schulpflegschaft Vorarbeit geleistet hatte: Es gab eine Tombola, lecker Essen und Trinken (ein Mega-Kuchenbüffet) und vieles mehr.

Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle allerdings auch, was mit der alten Rheinschule passiert: Hier gibt es Überlegungen, etwas für Senioren zu errichten. Bürgermeister Haupt sagte, dass zurzeit entsprechende Prüfungen laufen und der Rat der Stadt im kommenden Jahr darüber entscheiden werde.

 

Der letzte Tag in der alten Rheinschule - gleich hier lesen: "Zum Abschied herrschte Wehmut "

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Letzte Änderung: Mittwoch, 10.11.2010 12:04 Uhr

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