Rondorf (sb). "Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, dass
das Kreuz einfach von unserem Friedhof verschwunden ist",
schimpft Josef Nägel, Rondorfer und Vorsitzender der
Dorfgemeinschaft. "Keiner ahnte, dass es weg sollte, keiner
wurde vorher informiert", ärgert er sich.
Eine alte Dame, die an einem Tag Ende September wie üblich das
Grab ihres Mannes besuchte, hatte beobachtet, wie mehrere
Männer sich am großen Metallkreuz des Friedhofs zu
schaffen machten. Der Friedhofsgärtner konnte ihr nicht sagen,
was damit passieren sollte, daher benachrichtigte die Frau
aufgeregt Josef Nägel. Der fragte bei der Bezirksvertretung
Rodenkirchen nach, aber auch dort wusste niemand, was es mit den
Arbeiten auf sich hatte. Nägel erkundigte sich bei der Stadt
und bekam die Antwort, das Kreuz sei entfernt worden. Der
Hintergrund: Der Friedhof grenzt an das Gelände des Gutshofes
Steinneuerhof in Rondorf. Der Gutshof wurde im August von der Stadt
verkauft, ein Investor will in dem historischen Gebäude
Eigentumswohnungen errichten. "Das Kreuz stand auf dem
Gelände des neuen Eigentümers, und der wollte es dort
nicht haben. Deswegen haben wir es entfernen lassen",
erklärte Reinhard Muck vom Amt für Landschaftspflege und
Grünflächen.
Die Rondorfer wollen das so nicht hinnehmen. "Warum wurde das
Kreuz denn nicht um ein paar Meter versetzt?" fragt
Dorfsprecher Nägel. Das fragt auch die Rodenkirchener CDU. Und
wo das Kreuz nun sei, wollte Monika Roß-Belkner, CDU,
erfahren. Verschrottet, lautete die Antwort von Reinhard Muck. Das
Kreuz sei marode gewesen, von daher habe es nicht versetzt werden
können, erklärte er.
Josef Nägel wie auch Monika Roß-Belkner bezweifeln, dass
das schwere Metallkreuz tatsächlich nicht mehr zu retten war.
"Das Kreuz hätte aufgearbeitet und versetzt werden
müssen", betont die Stadteilpolitikerin. In der
jüngsten Versammlung der Bezirksvertretung brachte die CDU das
Thema ein. "Wir sind gespannt, wie lange es dauert, bis ein
neues Kreuz auf den Friedhof kommt. Da müssen erst einmal
Vergabeverfahren und Finanzierung geklärt werden",
erklärte Roß-Belkner. Das sei alles nicht nötig
gewesen, meinte sie. Auch Karl-Heinz Daniel, FDP, fand, der Schaden
sei nicht wieder gut zu machen. Walter Weißenberger, CDU,
empörte sich in der Versammlung, wie die Stadt hier mit einem
christlichen Symbol, das seinerzeit vom Pfarrer gesegnet worden
war, umgegangen sei.
Der Friedhof Steinneuerhof war in den sechziger Jahren als
Entlastung für den Südfriedhof angelegt worden. Das
große Kreuz hatte die Kunststoffverarbeitungsfirma Liesegang
gespendet. Josef Nägel als Vorsitzender der Dorfgemeinschaft
wie die CDU fordern, dass so bald wie möglich wieder ein Kreuz
auf den Friedhof Steinneuerhof müsse. Sie empfinden den
Friedhof ohne Kreuz als pietätlos.
Das Kreuz ist verschwunden
Metallkreuz wurde verschrottet - Politiker aufgebracht
Letzte Änderung: Dienstag, 16.11.2010 14:52 Uhr
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