Vor Gott getraut

Nach 25 Jahren Ehe in der Kirche "Ja" gesagt

Von Montserrat Manke

Wesseling. Romantischer geht es einfach nicht: Erst traten beide wieder in Kirche ein, und eine Viertelstunde später wurde geheiratet. Und das nach 25 Jahren Ehe! In der ehrwürdigen Kirche von St. Germanus gaben sich Sabine und Jürgen Clef das kirchliche Ja-Wort. Aber die zwei setzten noch einen drauf - von der bevorstehenden Trauung wussten die Eltern des Brautpaares nämlich rein gar nichts.

Aber fangen wir doch ganz von vorne an: Vor 25 Jahren - mitten in den 80ern, als wir alle entweder Popper oder Punker waren, Megaschulterpolster trugen, die "Vokuhila" modern war, und alle auf Cowboystiefeln rumeieerten, da hab es in Köln eine Diskothek namens "Bierdorf".

Dort erblickte Jürgen seine Sabine, die - völlig unromantisch - einen Jungen anschrie, der vor ihr kniete. Da trafen sich ihre Blicke das erste Mal und Sabine verstummte einen Augenblick. Einige Tage später sah er sie wieder, fasste sich ein Herz und sprach sie an.

Er wollte wissen, ob der Junge ihr Freund sei. Auf die Antwort "ja" bekam Sabine zu hören: "Da bin ich doch wohl besser". Jürgen wollte Sabine zum Essen einladen, aber sie zierte sich. Aber wenn er es schaffen würde, in die Kaserne vom Butzweiler Hof reinzukommen, dann gäbe sie ihm eine Chance.

Was die junge Frau Clef in Spee damals nicht wissen konnte: Jürgen war dort stationiert, das stellte also kein Hindernis dar. Also tauchte der damals noch Nippeser Jung pünktlich auf, Sabine gestand, dass der Junge gar nicht ihr Freund war, und von dem Tag an war Jürgen ihr Freund.

Nach nur zehn Tagen wurden Verlobungsringe gekauft, und nur wenige Zeit nach ihrem 18. Geburtstag fragte Jürgen Sabine, ob sie seine Frau werden wolle. Sie küsste ihn und sagte "ja". Am 11.11.1985 ging Clef zu seinem Spies und fragte nach Freigang, er wolle zum Rathaus, das Aufgebot bestellen. "Das ist die beste Ausrede, die ich seit langem gehört habe", bekam er als Antwort: "Viel Spaß auf dem Altermarkt".

Lange Rede kurzer Sinn: Am 27. November vor 25 Jahren wurde geheiratet, allerdings nur standesamtlich, da das Geld fehlte. Aber damals versprach sich das sympathische Paar, wenn wir das Vierteljahrhundert schaffen, holen wir die kirchliche Trauung nach.

In die Kirche trat das Paar aus Überzeugung ein, und daran ist kein Geringerer als unser Kardinal Meisner persönlich schuld: Im vergangenen Jahr waren die Clefs als Begleitung des Kinderprinzen beim Empfang in Köln dabei, und das sei ein einschneidendes Erlebnis gewesen. Ein weiterer Schritt war das Erleben der kölschen Messe in St. Germanus, geleitet von Diakon Paul Schiffer.

Der bekannte und beliebte Diakon hatte dann auch die ehrenvolle Aufgabe das Silberhochzeitspaar nach der normalen Samstagabendmesse zu trauen, und die Braut verschwand kurz vorher um in einem wunderschönen weißen Brautkleid wieder "reinzurauschen". Die Überraschung für Jürgens Mutter Anneliese und die Eltern von Sabine, Edwin und Ursula Hüllen war perfekt!

In der Kirche war auch eine gelb-grüne Abordnung der Fändelschwenker der Großen Wesselinger gekommen, bei denen Clef Mitglied ist und sogar Festkomiteepräsident Udo Dornbusch saß auf dem Kirchenbänkchen. Der ist übrigens auch in Heiratslaune, aber - Pssst! - mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

Nach der Trauung ging es für die ganze Gesellschaft einmal über die Straße, denn bei Prinz Peter, dem Chef vom "Österreicher", der natürlich auch in der Kirche war, fand die muntere Hochzeitsparty statt.

Letzte Änderung: Mittwoch, 01.12.2010 12:55 Uhr

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