"Die Stadt an den Rhein bringen"

Regionale 2010: Spatenstich am Rheinufer

Von Montserrat Manke

Wesseling. Zwei Protestler hatten sich am Rheinufer eingefunden, und sie diskutierten mit dem Landrat: "Hier wird mal wieder Geld verbraten", sagte Wilhelm Mandt und fügte an: "Wenn ich um die Ecke gehe, komme ich auch zum Rhein". Doch Werner Stump blieb gelassen: "Die Stadt muss Luft zum Rhein bekommen. Wesseling hat dem Fluss den Rücken gekehrt". Doch Mandt und Wilfried Peetz ließen sich nicht umstimmen: "Das ist gegen den Bürgerwillen", sagte Peetz, der später beim Spatenstich zum Bau der neuen Freitreppe am Rhein auf eine Bank stieg und seinem Unmut noch mal lautstark Luft machte.

Spatenstich auf Ruttmanns Wiese: Die Verwaltung hatte ein Zelt aufgebaut, darin standen einige Infotafeln, ein Büffet mit Frikadellenspießchen, Braten- und Lachstoast sowie Kaffee, Tee und ein Fässchen Bier.

Doch vor dem "Essen fassen" kam der offizielle Akt: Erst redete Bürgermeister Hans-Peter Haupt und wies auf den geschichtlichen Hintergrund an Ort und Stelle hin: "Am Fuße der geplanten Freitreppe wurden noch bis ins 19. Jahrhundert die Schiffe den Rhein stromaufwärts Richtung Bonn gezogen. Die Treidelschiffer machten in Wesseling Halt, um hier die Pferde zu wechseln - oder die Menschen."

Mit der Ansiedelung der Lederfabrik Schmitz DuMont auf Ruttmanns Wiese kam Ende des 18. Jahrhunderts eine der ersten großen Industrieanlagen in die Stadt am Rhein und heute sei der Name Wesseling untrennbar mit Hightechprodukten der chemischen Industrie der drei großen Werke verbunden.

Haupt sprach von dem traditionsreichen Ort, und dass er sich freue, hier den Spatenstich für ein Projekt zu setzen, welches die Stadt näher an den Rhein bringe.

Man habe intensiv geplant, und nach gesamt drei Bürgerbeteiligungen würden nun Taten folgen. "Wesseling wird durch die Neugestaltung des Rheinufers, durch die große Freitreppe, an Attraktivität gewinnen", schloss Haupt seine Rede.

Stump sprach vom verbindenden Element der Regionale, dem Rhein und dass man deshalb Wesseling als Kommune im Rhein Erft Kreis für den städtebaulichen Wettbewerb ausgesucht habe.

Der Landrat appellierte, dass man sich den Neuerungen im Umfeld gegenüber öffnen sollte, und verglich die Wesselinger Freitreppe mit der in Köln, wo junge Menschen schmusen könnten, Alte sich aus früheren Zeiten erzählen würden und sogar Kritiker der Bebauung Platz nehmen und diskutieren könnten.

Dann nahmen Stump, Haupt und Lorenz Kehl vom Planungsatelier die Spaten in die Hand und stachen in den Boden um symbolisch den Startschuss der Umsetzung der Regionale 2010 zu geben.

Erste Aushubarbeiten und die Sicherung des Baugrundes sollen - soweit es die Witterung zulässt - noch im Dezember erfolgen, die eigentlichen Bauarbeiten beginnen im ersten Quartal 2011 und die Fertigstellung der Freitreppe ist für das dritte Quartal 2011 geplant.

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Letzte Änderung: Montag, 06.12.2010 10:16 Uhr

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