"Hier melde ich mich an"

Neues Präses-Held-Haus eingeweiht

Von Montserrat Manke

Wesseling. Landrat Werner Stump ist in den letzten Tagen häufiger in der Stadt am Rhein, und es scheint ihm zu gefallen: "Wesseling ist einer der schönsten Städte des Kreises" sagte der 67-Jährige bei der Eröffnung des neuen Seniorenhauses, dem "Präses Held Haus" an der Alfterstraße in Keldenich.

Und nein, es ist kein Wahlkampf, der den Landrat zu dieser Aussage hätte verleiten können, es sind vielmehr die Zeichen der Zeit, in denen sich die Chemiemetropole befindet: Vor einer Woche fand der Spatenstich zum Bau der Freitreppe statt, und nun die Einweihung des neuen Seniorenzentrums. Wesseling verändert sich, und das merkt man wohl auch bis ins ferne Kreishaus nach Bergheim.

Das jüngste Beispiel dieser Veränderung steht in Keldenich, gleich am Kreisel an der Eichholzer Straße. Acht Millionen Euro hat das Diakoniewerk Michaelshoven auf einem Grundstück der evangelischen Kirche verbaut und entstanden ist ein Seniorenhaus der modernen Generation: Kein großer ungemütlicher Speisesaal mehr, keine langen, leeren Flure und kahlen Flure und Aufenthaltszimmer mit dem Charme von Sperrholzmöbeln, sondern sechs Wohngruppen, die jede einen schönen, hellen und offenen gemeinsamen Bereich haben, in dem sich die Bewohner treffen.

Eine Hälfte des Präses Held Hauses hat den Überbegriff "Land" und die drei Wohngruppen heißen "Gut Eichholz", "Vorgebirge" und Birkenwäldchen". Die andere Seite hat ebenfalls drei Wohngruppen und hier ist auch die Tagespflege beheimatet: "Entenfang" "Dickopsbach" und "Rheinufer" sind unter dem Begriff "Wasser" zusammen gefasst.

Farbliche Kennzeichnungen, Bilder von beispielsweise Enten, oder dem Rhein helfen den Bewohnern bei der Orientierung. Denn im neuen Wesselinger Seniorenhaus werden die insgesamt 81 Plätze (63 Einzel-, neun Doppelzimmer) von Menschen mit und ohne Demenz bewohnt.

"Wissen Sie, eine Demenzkranke weiß sicher nicht mehr, wer ich bin, wenn ich um die Ecke komme, aber wie man Kartoffeln schält, das weiß sie noch", schwärmte Jörg Schmitz, Chef der Seniorendienste in Michaelshoven.

Dieser Ansicht war auch der neue Leiter des Hauses, Andreas Heß: Wenn zum Beispiel der Hausmeister durch das Gebäude läuft, und ein ehemaliger Hausmeister erinnert sich, dann soll er helfen, und den Nagel in die Wand schlagen".

Aber nicht nur das ist anders, auch die eigenen Kochbereiche: Es gibt - mit der Tagespflege - sieben großzügige Küchen, in denen das Frühstück und das Abendessen zubereitet wird. Die Mittagsmahlzeit wird von Michaelshoven angeliefert, aber "wenn es mal etwas anderes geben soll, natürlich kann man das dazu machen", sagte Heß.

Die Mahlzeiten werden vornehmlich auf den Etagen in den Gruppen eingenommen, "aber wer es unbedingt will, kann sein Essen natürlich unten einnehmen", so Schmitz. Denn "unten" im hellen und offenen Eingangsbereich befindet sich das Café "Mittendrin", das nicht nur für Bewohner ist, sondern für alle Keldenicher. Geführt von Menschen mit und ohne Behinderte soll hier ein ganz neuer Treffpunkt in Keldenich entstehen.

Mit zum Publikumsverkehr beitragen soll auch der Friseur, der ab Januar im vorderen Bereich des Präses Held Hauses seine Dienste anbieten wird: "Es gibt nicht nur einen internen Eingang, sondern auch eine Türe von draußen", erklärte Schmitz.

Zur feierlichen Eröffnung war auch der Sohn des Namensgebers Präses Heinrich Held gekommen und Altbischof Dr. Heinz Joachim Held berichtete aus dem Leben mit dem berühmten Vater, der der erste Präses der evangelischen Kirche im Rheinland war, und außerdem als Pfarrer in Wesseling gearbeitet hatte.

Es wurde sehr still im Saal mit den zahlreichen honorigen Gästen, als Held aus den Kriegsjahren berichtete, in denen sein Vater Juden versteckte und ihnen half, zu überleben. Pastor Markus Polders, der als Vertreter der katholischen Kirche gekommen war, zeigte sich zutiefst beeindruckt und versprach, künftig das Leben Helds mit in seine Predigten aufzunehmen.

Nach dem Festakt, bei dem auch die Kinder der benachbarten Kita Brot und eine Lied mitgebracht hatten, um den neuen Nachbar willkommen zu heißen, gab es ein kaltes Büfett und die Gelegenheit, das Haus in geführten Gruppen zu erkunden. Die Besucher waren begeistert: "Das ist so schön hier, hier melde ich mich an", sagte ein Dame.

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Letzte Änderung: Mittwoch, 08.12.2010 11:59 Uhr

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