Von Montserrat Manke
Keldenich. Das kommt einem Erdrutsch gleich: Bei den Vorstandswahlen der Keldenicher CDU - mit 159 Mitgliedern dem größten Wesselinger Ortsverband - gab es bis auf einen Beisitzer einen kompletten Wechsel des Vorstandes.
Der Stadtteil Keldenich, er scheint für die CDU geschichtsträchtig zu sein: Hier wurde Bürgermeister Günter Ditgens bei der Wahl zum Bürgermeisterkandidaten "abgeschossen", und genau hier erklärte am Dienstagabend Josef Recht - immerhin 20 Jahre Vorsitzender des Ortsverbandes, dass er für den zweiten Wahlgang nicht mehr zu Verfügung stehe.
Aber schön der Reihe nach - geben wir doch einfach den Augenzeugenbericht eines CDU-Mitgliedes wieder: Wahlleiter Charly Nahlen schlug Josef Recht vor und fragte nach weiteren Kandidaten. Erst sah es so aus, als wenn sich niemand meldet, doch dann stand Teddy Schultze auf und sagte, in einer Demokratie solle es immer eine Ausweichmöglichkeit geben und schlug sich selber vor. Bei der ersten Wahl gab es bei 49 abgegeben Stimmen zwei Enthaltungen, eine ungültige Stimme und einen Stimmenpatt von 23 zu 23.
Kurz vor dem zweiten Wahlgang habe Recht dann mit fast schon versteinertem Gesicht die Hand gehoben, und gesagt, er stehe nicht mehr zur Verfügung. Im erneuten Wahlgang dann wurde Schultze mit 27 "Ja"-, 20 "Nein"-Stimmen und drei Enthaltungen zum neuen Vorsitzenden der CDU Keldenich gewählt.
Weiter ging es: Der Stellvertreterposten der verzogenen Claudia Schallhöft Wittus war schon länger vakant, hier wurde der einzige Kandidat Olaf Krah mit 35 Stimmen gewählt. Jetzt kommt es: Schriftführer Klaus Drossel, immerhin seit über 30 Jahren im Amt, stellte sich plötzlich auch nicht mehr zur Wahl und mit überzeugenden 48 "Ja" Stimmen wurde Michael Querbach gewählt.
Neue Beisitzer sind: Stephan Auge, Georg Baumann, Markus Franzen, Ute Schliebusch-Meyer und Ursula Zimmermann. Lediglich Winfried Marx ist übrig geblieben von der alten Riege.
Schultze, der von Beruf Fersehjournalist ist, war von dem Ausgang der Wahl überrascht, freut sich aber nichtsdestotrotz auf seine neue Aufgabe. Der 44-Jährige sagte aber auch, dass sich der neue Vorstand erst mal orientieren und positionieren müsse: "Es wäre töricht, bei der anstehenden Arbeit auf den reichen Erfahrungsschatz und Ratschlag altgedienter Mitglieder zu verzichten. Zugleich habe ich die Hoffnung, dass uns ein frischer Wind ins Gesicht bläst und ich lade alle Keldenicher ein, uns was zu pusten", so Schultze.
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