Wesseling. Vom 6. bis 9. Januar findet erstmals
deutschlandweit eine "Stunde der Wintervögel" statt.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Rhein-Erft ruft
auch Naturfreunde aus dem Rhein-Erft-Kreis auf, eine Stunde lang
die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon
oder im Park zu zählen und zu melden. Gezählt werden soll
ausschließlich im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder im
freien Feld.
Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete
Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Aber wo
genau kommen sie vor, wo sind sie häufig und wo selten
geworden, wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel
aus? "Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen,
desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel
einsetzen", betonte Simone Bergheim vom NABU Kreisverband
Rhein-Erft.
In Bayern organisiert der NABU-Partner Landesbund für
Vogelschutz (LBV) die "Stunde der Wintervögel"
inzwischen zum sechsten Mal. Bereits die ersten Jahre brachten
interessante Ergebnisse. So wurden überraschend viele und
zunehmend mehr "traditionelle" Zugvögel gemeldet,
die sich offenbar wegen der immer milderen Winter den Zug in den
Süden sparen. "Diese Beobachtung haben wir vereinzelt
auch schon gemacht", erläuterte Bergheim.
"Die Mönchsgrasmücke zum Beispiel überwintert
immer öfter bei uns und selbst das Hausrotschwänzchen
wird gelegentlich gesichtet." 2009 konnte in Bayern ein ganz
besonderes Schauspiel erfasst werden: der Masseneinflug der sonst
seltenen Seidenschwänze. Die auffällig bunten Vögel
waren wegen eines extremen Wintereinbruchs aus Skandinavien und
Sibirien nach Deutschland geflohen. Auch in diesem Herbst wurden im
Norden der Republik bereits erste Seidenschwanz-Scharen gesichtet.
Man darf gespannt sein, in welche Regionen sie vordringen und wie
lange sie bleiben.
An der Schwesteraktion "Stunde der Gartenvögel" im
Mai zur Erfassung der in Deutschland brütenden Arten nehmen
regelmäßig mehr als 40.000 Naturfreunde teil. Einen
ähnlichen Erfolg erhofft man sich nun von der Zählung
jener Arten, die es auch bei Kälte und Schnee bei uns
aushalten. Eine besondere Qualifikation außer Freude und
Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht
nötig. Unter den Teilnehmern werden zahlreiche Bücher,
Futtersäulen und andere Sachpreise verlost. Die Auswertung der
Meldungen wird im Internet live zu verfolgen sein.
Und so funktioniert die "Stunde der Wintervögel":
Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die
höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt
werden kann. Die Beobachtungen können telefonisch - kostenlose
Rufnummer am 8. und 9. Januar von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157-115 -
oder einfach im Internet unter www.stundederwintervoegel.de
gemeldet werden. Zur Unterstützung stehen online eine
Zählhilfe, Porträts der häufigsten Arten sowie Tipps
zur Winterfütterung und zum vogelfreundlichen Garten zur
Verfügung. Teilnahmeschluss ist der 17. Januar. Für alle
die nicht online sind gibt es das Aktionsfaltblatt zur Stunde der
Wintervögel u.a. in der Beratungsstelle der
Verbraucherzentrale NRW in Brühl, Carl-Schurz-Straße 1.
Welche Vögel kommen ans Futterhäuschen?
NABU: "Stunde der Wintervögel" vom 6. bis 9. Januar
Letzte Änderung: Mittwoch, 29.12.2010 12:27 Uhr
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