Wesseling. Es war ein komplizierter offener Bruch des Unterschenkels: Jetzt hat das Chirurgenteam um Prof. Christoph A. Jacobi und Dr. Uwe Ruscher eine solche Fraktur mit Hilfe von körpereigenen adulten Stammzellen behandelt. Eine Premiere für die Unfallchirurgie am Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling, die von Dr. Ruscher geleitet wird.
"Die Knochenqualität unserer 83-jährigen Patientin
war sehr schlecht und die Haut großflächig
geschädigt. Herkömmliche Verfahren allein hätten
keine großen Erfolgsaussichten gehabt. Denn an der
betreffenden Stelle ist der Heilungsprozess selbst bei jungen
Menschen zuweilen sehr langwierig", erklärte Dr. Ruscher.
"Unsere Patientin war zudem aufgrund ihres Alters nicht lange
liegefähig und eine Ruhigstellung des Beins mit anderen
Verfahren nicht empfehlenswert."
Zunächst wurde der Knochen in einer ersten Operation gerichtet und stabilisiert. Dann führte der Experte zusammen mit seinem Team - den Assistenzärzten Dr. Florian Brenig, Jan Henkel und Dr. Almut Boost - eine innovative Stammzellentransplantation durch, die erst seit zwei Jahren für den deutschen Markt zugelassen ist.
Diese spezielle OP wird aus Kostengründen nur im Einzelfall
und bei besonders komplizierten Frakturen durch die Krankenkassen
genehmigt und in der Regel nur an Schwerpunktkliniken angewendet.
"Dabei werden adulte Stammzellen aus dem Knochenmark der
Patientin entnommen und zusammen mit Medikamenten, die das
Knochenwachstum fördern, in den Knochen implantiert",
sagte Dr. Ruscher. Dadurch wird der Heilungsprozess des Knochens
stimuliert und forciert.
Schon wenige Wochen nach der Operation ist die Genesung so weit
fortgeschritten, dass die 83-Jährige zur Reha überwiesen
werden kann. "Wir wollten unsere Patientin so schnell wie
möglich wieder auf die Beine bringen, um sie in ihrem Alter
nicht wochen- oder gar monatelang im Bett liegen zu lassen. Das ist
uns gelungen", so Dr. Ruscher abschließend.



















