Von Montserrat Manke
Wesseling. Plötzlich klang aus der Ferne nicht nur der kraftvolle Motor des roten Porsche, sondern in das satte Grollen des Turbos mischte sich die Melodie der Winnetoufilme. Kitschiger geht's nimmer, und schöner sowieso nicht: Andrea Pitsch, zu diesem Zeitpunkt noch Magnor kam in der roten Nobelkarosse um die Ecke zum Herrenhaus von Schloss Eichholz vorgefahren. Und zwar hinten auf dem Verdeck sitzend.
So ganz verkehrsgemäß war das nicht, aber was soll's? Erstens hat das kein Polizist gesehen, und zweitens, wenn man schon mal in so einem Traumauto zu solch einem Traumtermin mit so einem Traummann (ich schrieb schon mal vor Jahren, dass Thomas Pitsch sicher der Traum aller Schwiegermütter ist), dann darf man das. Basta. Ach, Entschuldigung, da wird noch einer drauf gesetzt: Denn am Steuer dieses fuliminanten Wagens saß kein Geringerer als unser Prinz Karneval, Horst Schwartmanns. Dä!
Vor dem Herrenhaus wartete die ganze Hochzeitsgesellschaft und ein zu Tränen gerührter Bräutigam, der sich noch schnell eine "Ich bin ja gar nicht nervös" Kippe ansteckte. Na, und wie nervös er war.
Schließlich würde er gleich den Bund fürs Leben eingehen, und das mit der Mutter seines frisch geborenen Sohnes Lennart, der aber sicher zu diesem Zeitpunkt ein Nickerchen machte - Lennart war noch im Krankenhaus, und wurde einen Tag später von seinen Eltern heimgeholt.
Nachdem die Braut (im halblangen zart-weißen Cocktailkleid und beneidenswert schlank eine Woche nach der Geburt) alle Gäste umarmt hatte, ging es im Gänsemarsch ins Trauzimmer. Hier wartete Standesbeamter Klaus Drossel, der allerdings auf der Suche nach der Heiratsurkunde war und sich entschuldigte: "Irgendwo muss sie ja sein", sagte er und entschwand durch die Türe.
Statt seiner kam Bürgermeister Hans-Peter Haupt wieder rein und es war klar, das war ein Ablenkungsmanöver. Denn natürlich wollte der Bürgermeister das prominente Paar persönlich trauen, doch es sollte eine Überraschung werden.
Und der Bürgermeister war gut informiert, wusste beispielsweise dass sich das Brautpaar seinen ersten Kuss im Kino gegeben hatte - ausgerechnet bei dem Horrorschocker "Der Exorzist". Haupt hielt eine schöne, anrührende Rede, die er anschließend auch noch in schriftlicher Form für das Brautpaar bereit hielt, diese zusammen mit einer Flasche "Chateau de Wesseling", Wesselinger Schokolade und einem tollen Blumenstrauß überreichte.
Vor der Tür wartete schon ein Rosenspalier und eine Girlande aus roten und weißen Herzchenballons auf Thomas und Andrea, danach ging es in der Stretchlimousine zum Hotel am Rhein, wo es einen Empfang gab, und am Abend feierte das Paar in Keldenich beim Italiener. Die Hochzeitsreise wird aus verständlichen Gründen warten müssen, erstens ist Lennart noch zu klein zum Reisen, und zweiten tritt Thomas Pitsch im April einen neuen Job an, er wird stellvertretender Geschäftsführer in der Firma von Horst Schwartmanns.

















