Wesseling. Über 1000 Demonstranten machten bei der "politischen Mittagspause" des IGBCE Bezirks Köln-Bonn mit und gingen für ihre Forderungen von 7 Prozent mehr Entgelt in der chemischen Industrie auf die Straße - auch in Wesseling.
Bisher hätten die Arbeitgeber in der Tarifrunde Chemie 2011 kein Angebot unterbreitet und vielmehr ihre Verweigerungshaltung unter Beweis gestellt. Trotz einer hervorragenden Auftrags- und Umsatzlage in den Betrieben der chemischen Industrie und Vermeldung von Rekordergebnissen, sähen die Arbeitgeber keine Spielräume für Entgelterhöhungen.
Unter dem Motto "Wenn Argumente nicht helfen, müssen Füße bewegt werden" forderte die IG BCE die Arbeitnehmer auf, Position zu beziehen. "Die Krise ist vorbei und der Aufschwung ist da. Diesen haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer herbeigeführt. Jetzt sollen sie auch ihren gerechten Anteil am wirtschaftlichen Erfolg erhalten", so IG BCE-Bezirksleiter Thomas Meiers.
"Gerade in der Krise waren es die Arbeitnehmer, die schmerzhafte finanzielle Lasten trugen und Einschnitte hingenommen haben", stellte Reiner Hoffmann (Landesbezirksleiter der IG BCE) bei der Kundgebung in Wesseling fest. Mit dem letztjährigen Krisentarifabschluss in 2010 seien die Betriebe der chemischen Industrie erst in eine herausragende Position gebracht worden, um den Wachstumsmotor Chemie in die Erfolgsspur zu bringen.
Die Betriebsratsvorsitzenden Wilfried Hierl (Basell) und Dirk Müller (Evonik Degussa Lülsdorf) sowie der IG BCE-Vertrauensleutevorsitzende Gerd Schlengermann (Evonik Degussa Wesseling) machten in Wesseling klar, dass die Arbeitnehmer ihren Anteil eingebracht hätten und nun am Erfolg teilhaben sollen. So hätten Mitarbeiter in vielen Betrieben Gehaltsreduzierungen, Arbeitszeitverlängerungen, Kurzarbeit und vieles mehr ertragen.
"Wir sind es leid, dass in Aktionärsversammlungen die
Unternehmensergebnisse bejubelt und in den Tarifverhandlungen dann
gejammert wird!" , so Reiner Hoffmann. Die Arbeitgeber wurden
aufgefordert sich zu bewegen, und bis zur nächsten
Bundestarifverhandlung am 30./31. März 2011 ein ordentliches
Angebot vorzulegen.
















