Ehrenfeld (sf). Nach wie vor herrschen über die Zukunft des Helios-Geländes unterschiedliche Vorstellungen. Der Investor hält an seinen Plänen für ein Einkaufszentrum fest, zahlreiche Bürgerinitiativen wehren sich dagegen.
Ähnlich wie beim Bauprojekt "Stuttgart 21" soll nun ein Moderationsverfahren die verschiedenen Meinungen bündeln und die unterschiedlichen Ansichten über die Zukunft des Geländes zwischen Ehrenfeldgürtel, Heliosstraße, Vogelsanger und Venloer Straße in Einklang bringen. In der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung Ehrenfeld stellten sich drei Büros als mögliche "Leiter" eines Moderationsverfahrens vor. Alle drei "Kandidaten" planen Diskussionsrunden, aber jeder auf unterschiedliche Art: Das Architektur- und Stadtplanungsbüro Dewey Muller mit Sitz in Köln und Luxembourg legt seinen Schwerpunkt auf die Bürgerbeteiligung: Burkard Dewey und Christine Muller würden zunächst mit all jenen Gespräche führen, die unmittelbar von den Veränderungen auf dem Helios-Gelände betroffen sind. Auf diese Weise sollten dann Teilnehmer für Arbeitsgruppen ermittelt werden, die über die zukünftige Nutzung des Geländes diskutieren. Im Anschluss würde der Stadt eine Ergebnisdokumentation übermittelt. Petra Voßebürger von der IKU GmbH und Martin Bauer vom Büro Planquadrat streben dagegen ein "Dialogverfahren zur Definition von Zielen und Inhalten für die Bauleitplanung" am Helios-Gelände an. Im Vorfeld ist dabei zunächst eine Interessenanalyse geplant, bei der sämtliche Alternativen zu einem Einkaufszentrum aufgelistet würden. Nach dieser Analyse ginge es für das Dortmunder Team Voßebürger und Bauer dann darum, ein Gremium mit je einem Teilnehmer der unterschiedlichen Interessengruppen zu bestimmen. Im Anschluss an die geschlossenen Diskussionsrunden wären öffentliche Veranstaltungen für alle Bürger geplant. Das Büro Schneidermeyer stellte der Bürgervertretung ein weiteres Konzept vor: Jochen Schneider und Herrmann Ulrich wollen Workshops organisieren, in denen die Gruppen themenorientiert, beispielsweise über Freizeit und Kultur, Einzelhandel und Gewerbe oder Wohnen und Soziales diskutieren. Als Teilnehmer der Workshops kämen Bürgerinitiativen, ortsansässige Einzelhändler, aber auch Mitglieder der Stadtverwaltung und Personen aus der Politik sowie der Investor selbst in Frage. Nach der öffentlichen Präsentation der drei Bewerber berät die Bezirksvertretung in einer nicht öffentlichen Sitzung über die Konzepte und gibt ihr Votum anschließend dem Stadtentwicklungsausschuss weiter. Entscheidungsmacht haben die Ehrenfelder Kommunalpolitiker allerdings nicht: Welcher der drei Kandidaten mit dem Moderationsverfahren für das Helios-Gelände beauftragt wird, das entscheidet der Stadtentwicklungsausschuss in einer ebenfalls nicht öffentlichen Sitzung. Der Beginn der Bürgerbeteiligung ist für Ende dieses Jahres geplant.


