Von Montserrat Manke
Wesseling. Viele wissen überhaupt nicht um ihre Abhängigkeit. Und genauso viele, die es wissen, verdrängen es erfolgreich. Jeden Abend ein, zwei Gläser Wein, jeden Morgen ein Tablettchen hierfür und dagegen: Zwei der meistverdrängten Probleme in unserer Gesellschaft sind Alkohol- und Tablettensucht. Hinzu kommt die Abhängigkeit von so genannten "weichen" und "harten" Drogen.
Doch wer seine Sucht überwinden will, findet Hilfe - auch in Wesseling: Seit 25 Jahren gibt es hier die Ortsgruppe des "Blauen Kreuz", und deren Vorsitzende Waltraud Rühl weiß bestens um die menschlichen Abgründe, die sich aus der Sucht ergeben.
Sie hat viele Jahre als internistische Chefarztsekretärin gearbeitet und dort mit unzähligen Suchtkranken zu tun gehabt. "Für mich stand immer fest, wenn ich einmal nicht mehr arbeiten muss, dann gehe ich in die Suchtberatung", sagt sie im Gespräch mit der Redaktion anlässlich der Feier zum Jubiläum im Gemeindezentrum der Kreuzkirche.
Hier ist die Ortsgruppe auch zuhause, bekommt von der evangelischen Gemeinde die Räumlichkeiten gestellt und hier werden Gruppenabende angeboten, die montags von 19.30 bis 21.15 Uhr stattfinden.
Neben der Gruppe, die sich schon länger trifft und dann auch schon mal andere Themen als die reine Sucht hat, gibt es das Angebot der offenen Gruppe, für alle, die den ersten Schritt gegangen sind, sich überwunden haben, und über ihre Sucht reden möchten.
Daneben gibt es auch eine Gruppe für die Angehörigen von Suchtkranken, denn diese sind oftmals selber schwer betroffen. "Man gerät in Co-Abhängigkeit und will es nicht wahr haben", sagt Rühl, die betont, dass man die Menschen dort abhole, wo sie seelisch stehen.
Die Wesselinger Ortsgruppe ist übrigens für den gesamten südlichen Rhein-Erft-Kreis zuständig, und mehr Informationen erhält man bei Waltraud Rühl unter Telefon 0 22 36/47 344 oder im Internet unter www.blaues-kreuz.de/koeln.
















