Wesseling. Die Fettleibigkeit (Adipositas) vieler Menschen wird zum immer größeren gesellschaftlichen Problem. Jetzt hat das Adipositaszentrum am Dreifaltigkeits-Krankenhaus unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph A. Jacobi ein Pilotprojekt entwickelt.
"smart xl" heißt das Programm und wurde mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen abgestimmt und es wird in Kooperation zwischen der AOK Rheinland/Hamburg und dem Rentenversicherungsträger, der Deutschen Rentenversicherung Rheinland, gefördert.
Im Rheinforum stellten Prof. Dr. Johannes Güsgen, Geschäftsführer des Krankenhausträgers Maria Hilf NRW gGmbH, Rolf Buchwitz, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg, und Holger Baumann, Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Rheinland, smart xl" der Öffentlichkeit vor. "Wir sind davon überzeugt, ein innovatives und beispielhaftes Pilotprojekt anzubieten, das deutschlandweit Beachtung finden wird", sagte Prof. Dr. Güsgen.
"smart xl" richtet sich an Patienten mit einem extremen Übergewicht und einem Body-Mass-Index (BMI) von 40 bis 60, die damit oft mehr als 200 Kilogramm auf die Waage bringen. Dazu wurde ein umfangreiches Netz auch mit externen Kooperationspartnern gegründet.
"Wir wollen das Expertenwissen der Region intensiv nutzen", so Jacobi. Zum Team gehören unter anderem Sportmediziner, Oecotrophologen, Psychotherapeuten, Gastroenterologen, Anästhesisten, Plastische und Allgemeinchirurgen sowie Selbsthilfegruppen.
"smart xl" basiert zusammenfassend auf einer Kombination aus Ernährungsberatung, Bewegungs- und Verhaltenstherapie und damit auf mehreren Säulen ("multimodal"). Über einen Zeitraum von 27 Monaten und nach individuellem Programm werden die Betroffenen in Gruppen zu maximal acht Teilnehmern engmaschig begleitet und behandelt.
Woche für Woche werden sie in durchstrukturierten und
miteinander verzahnten Kursen betreut und motiviert, mit bis zu 80
Terminen im Jahr. Anschließend werden die Patienten aber im
Alltag nicht allein gelassen sondern weitere zwei Jahre vom
Adipositaszentrum Wesseling begleitet.
Ziel ist es, Operationen möglichst zu vermeiden.
Im Mittelpunkt steht die langfristige Therapie, die den Menschen zu einer gesünderen Lebensweise und höheren Lebensqualität verhelfen soll. "Aber wir streben nicht an, so viele Patienten wie möglich unters Skalpell zu bekommen", betonte Jacobi, der zugleich das Adipositaszentrum Wesseling und die Chirurgie am Dreifaltigkeits-Krankenhaus leitet.
Wenn eine Operation - beispielsweise das Einsetzen eines Magenschlauchs, eines Magenbands oder eines Magenbypasses - dennoch unumgänglich ist, dann werden die Eingriffe im Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling minimal-invasiv durchgeführt: Mit nur kleinsten Schnitten und daher besonders schonend ("Schlüsselloch-Chirurgie"). Bei großem Gewichtsverlust infolge der Therapie sind häufig Maßnahmen zur Körperstraffung in der Plastischen Chirurgie am Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling sinnvoll.
Für Klinikchef Güsgen ist die Bekämpfung der Adipositas "eine der großen medizinischen Herausforderungen der nächsten Jahre". Unterschätzt würden oftmals auch die vielen Begleiterscheinungen und Folgekrankheiten der Adipositas: Dazu zählen hoher Blutdruck, Typ II Diabetes, Störungen des Fettstoffwechsels oder Gelenkprobleme. Kosten für die Krankenkassen und letztlich auch die Beitragszahler, die verhindert werden sollen.
















