Von Montserrat Manke
Wesseling. Sie sind die Abgesandten Gottes, seine Boten auf Erden. Und sie beschützen Mensch und Tier, gelten als Unheilbewahrer und Glücksbringer. Immer vorausgesetzt, man glaubt an sie. Denn einen Beweis für die Existenz von Engeln gibt es im rationellen Sinne nicht.
Aber Millionen von Menschen glauben an Engel - an die Wirksamkeit ihres Schutzes. Sie fühlen sich einfach wohler, wenn sie um ihren Schutzengel wissen. Und manchmal ist es einfach Zeit für einen Schutzengel.
2004 schuf Künstler Otto Scholtes einen großen Schutzengel für Gisela und Helmut Halbritter, die in Keldenich wohnen. Er benutzte dafür einen abgesägten und noch in der Erde verwurzelten Kiefernstamm, an den die Flügel aus Edelstahl kamen, und er gab dem Stamm mit seiner künstlerischen Freiheit Struktur.
Doch beim Sturm vergangenes Jahr knickte der Engel im Vorgarten um - der Stamm war verfault, weil die Wurzeln immer noch mit der Erde verbunden waren. "Aber ohne Schutzengel wollten wir nicht mehr sein", sagt die Hausherrin zur Redaktion.
Was lag also näher, als Otto Scholtes erneut zu beauftragen, einen Schutzengel zu gestalten? Diesmal jedoch wählte der Träger der Wesselinger Kulturplakette einen Eichenstamm, der im letzten Winter in der Eifel gefällt worden war.
In Beton gegossen und gut imprägniert wird ihn wohl nicht
dasselbe Schicksal ereilen, wie sein Vorgänger. Bei der
Übergabe der fertigen Skulptur wünschte der
Künstler, dass der "Schutzengel" die Familie, die
Anwohner und alle Menschen die an dem Engel vorbei gehen oder
fahren vor Unheil beschützen möge.
















