Von Montserrat Manke
Keldenich/Sechtem. Kaum ist er eingeweiht, kommt auch schon die Kritik aus den Reihen der Opposition. Mit einer Pressemitteilung, die plakativ mit "800 Meter Radweg in 15 Jahren = 1 Zentimeter Radweg pro Tag" übertitelt ist, meldet sich die Wesselinger SPD in Sachen Radweg an der K60 zwischen Keldenich und Sechtem, welcher vergangene Woche mit offiziellen Vertretern, darunter auch Bürgermeister Hans-Peter Haupt (CDU) eingeweiht wurde.
Die Genossen freuen zwar über den Radweg, sagen aber, dass das Projekt "schon seit 1996" von der damals rot-grünen Mehrheit "immer wieder angestoßen" worden sei. Und seitdem seien "viele Initiativen und Anträge in Richtung Kreis" notwendig gewesen, um diese "fast never ending Story" zu einem guten Ende zu bringen.
In der Pressemitteilung des Rhein-Erft-Kreises hingegen wird auf das schwere Unwetter von 2008 verwiesen, bei dem Teile von Keldenich unter Wasser gesetzt wurden. Dadurch habe sich der Baubeginn verzögert, da zu diesem Zeitpunkt bereits die Planung des neuen Radweges durch den Rhein-Erft-Kreis in eine konkrete Phase eingetreten seien.
Es hätte somit auf der Hand gelegen, ein gemeinsames Projekt mit dem Dickopsbachverband zu starten und neben dem Radweg auch den Hochwasserschutz in einer gemeinsamen Baumaßnahme zu verbessern.
Zuerst habe der Bachverband Sofortmaßnahmen ergriffen, um die hydraulische Leistungsfähigkeit zu verbessern und gleichzeitig die die Möglichkeit eines dauerhaften Gewässerausbaus oberhalb von Keldenich sondiert.
Dann wurde der Bachlauf des Dickopsbaches auf gut 300 Metern naturnah gestaltet und gleichzeitig habe man die hydraulische Leistungsfähigkeit verbessert. Zuvor wurden die Pappeln entlang des alten Bachbeetes gefällt - diese hätten durch Astabwurf Fußgänger gefährdet.
Darüber hinaus wurde die schon bestehende Planung des Radweges dahingehend geändert, dass der Damm, auf dem der Radweg jetzt liegt, noch einmal erhöht wurde, um Keldenich noch besser vor Hochwasser schützen zu können.
Wie auch immer: Letztendlich freuen sich alle Parteien, dass nun endlich alles fertig ist und Landrat Werner Stump war begeistert, dass mit der Freigabe des Radweges "der letzte Mosaikstein des Hochwasserschutzes fertig gestellt" sei.

















