"Das ist sehr gefährlich"

Brühler Straße: Bürgerantrag für eine Querungshilfe wurde vom Stadtrat abgelehnt

Von Montserrat Manke

Berzdorf. Zwei Schichten fährt das Waggonwerk Brühl, und dementsprechend herrscht viermal am Tag verstärkter Fußgängerbetrieb auf der Brühler Straße zwischen dem Berzdorfer Kreisel und dem Unternehmen: Morgens gegen halb sechs und halb sieben, und noch mal am frühen Nachmittag gegen gegen kurz nach zwei und kurz nach drei. 

Dann kommen und gehen die 183 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (mit Leiharbeitern) zum und vom Werk. Viele mit Autos, nicht wenige mit Fahrrädern und auch Fußgänger verlassen und betreten das Unternehmen.

Und genau hier liege das Problem, führt Mary Wirtz aus: "Auf unserer Seite ist kein Gehweg, wir müssen die Straße zu Fuß und mit den Rädern queren, dass ist sehr gefährlich".
Deshalb hat sie sich mit einem Bürgerantrag an den Rat der Stadt gewandt, und die Errichtung einer Querungshilfe über die Straße beantragt.

Doch erst mal fühlte man sich in Wesseling nicht zuständig, da die Brühler Straße zwischen dem Kreisel und dem Waggonwerk keine städtische, sondern eine überörtliche Verbindungsstraße (Lanstraße 184) sei, und somit dem Land NRW gehöre. Man teilte Mary Wirtz mit, dass ihr Antrag nunmehr an die zuständige Behörde, den Landesbetrieb Straßenbau NRW in Euskirchen weiter geleitet habe.

Das ist richtig, man sei zuständig, bestätigte Sachbearbeiter Thomas Eisbrüggen auf telefonische Anfrage der Redaktion. Aber: So wie es sei, reiche es aus, sagt der Sachbearbeiter. Denn mit dem gegenüber liegenden kombinierten Geh- und Radweg sei dem Standard auf der Landstraße Genüge getragen, und es sei schon lange nicht mehr so, dass auf beiden Seiten einer Landstraße ein Gehweg vorhanden sei.

Auch in Sachen Querungshilfe konnte Eisbrüggen keine Hoffnung geben. Erstens sei das mit einer Fahrbahnverbreiterung um gut 2,50 Meter verbunden und zweitens habe das Land kein Geld für eine solche Maßnahme.

Aber, so Eisbrüggen, da an dem städtischen Kreisel ein kombinierter Rad- und Fußweg vorhanden ist, der in die Landstraße hinein geht, wurde die Sache wieder an die Stadt Wesseling zurück gegeben, und in der letzten Ratssitzung befassten sich Damen und Herren des Rates mit dem Thema.

Nach langen Diskussionen allerdings wurde beschlossen, das Thema nicht weiter zu verfolgen, und Mary Wirtz erhielt ein Schreiben von der Verwaltung, in dem ihr ausführlich mitgeteilt wurde, warum die Angelegenheit "ad acta" gelegt würde: Es seien nach derzeitigem Kenntnisstand zu wenig Fußgänger, die das Waggonwerk vom Verkehrskreises aus erreichen würden. Man müsse davon ausgehen, dass die allermeisten Personen ihren Arbeitsplatz mittels Motorfahrzeug oder Fahrrad erreichen würden.

Außerdem sei auf der südlichen Seite ein Gehweg in Richtung Brühl vorhanden, und für die Errichtung eines Gehweges auf der nördlichen Seite müsse man etwa 23 000 Euro aufwenden, das würde man im Zusammenhang mit den Kosten als unangemessen betrachten. Und auch die Kosten für eine Querungshilfe (gut 20 000 Euro) wären "unangemessen hoch", da diese ausschließlich von solchen und nur wenigen Fußgängern in Anspruch genommen würden, die das Werksgelände erreichen wollten.

"Ein einfacher Zebrastreifen würde uns ja auch helfen", sagte Mary Wirtz im Gespräch mit der Redaktion. Doch auch dieser Zahn wurde ihr gezogen: Auf Landstraßen sehen die Bestimmungen so etwas nicht vor - Zebrastreifen gibt es nur innerhalb geschlossener Ortschaften und bei maximal Tempo 50.

Was aber nun? Mary Wirtz gibt nicht auf, sie hat schon den Betriebsrat mobilisiert und 102 Unterschriften in der Belegschaft gesammelt. Denn jetzt fange auch langsam wieder die dunkle Jahreszeit an: "Dann wird es ganz kriminell in dem Morgenstunden", erläuterte sie. Die Unterschriften will sie in Kürze an Bürgermeister Hans-Peter Haupt übergeben.

Letzte Änderung: Mittwoch, 17.08.2011 10:53 Uhr

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