Von Montserrat Manke
Wesseling. Auf dem Weg nach draußen, gegenüber des Hauses Sonnenberg, wo mein Auto geparkt ist, da fängt er mich ab, der Ex-Präsident und möchte gleich mal was klarstellen: Er sei nicht aus beruflichen Gründen zurückgetreten, so wie ich geschrieben hatte. Das hätte auf seiner Arbeitsstelle für Verwirrung gesorgt, und das müsse man wieder "gerade biegen", sagt Marc-Olaf Ziller.
Wo sind wir? Beim Kartoffelfest der Ehrengarde im Rheinpark. Die Stimmung ist gut, und die 450 Kilo und von sieben Frauen in fast acht Stunden Handarbeit geschälten Kartoffeln gehen weg, wie die berühmten Semmeln. Die Sonne scheint, am laufenden Band treten befreundete Vereine auf und 25 Ehrenamtler sorgen für einen reibungslosen Ablauf.
Andrea Sürth, einer der sieben Kartoffelschälerinnen, zeigt mir ihre kleine Blase an den Fingern von der Schälaktion und dank Diät verzichte ich auf das eigentlich unerlässliche Probieren der Köstlichkeiten.
Im Gespräch mit Vereinspressesprecher Thorsten Keune erfahre ich, dass der Karnevalsverein bei gesamt 110 Mitgliedern 80 Aktive hat und sich 32 Kinder auf drei Tanzcorps verteilen. Man sei gut aufgestellt, das Vereinsleben schön und der neue Präsident Harry Klinkhammer weile noch in Österreich, hätte gerne mitgefeiert, aber der Urlaub sei schon vor dem Kartoffelfesttermin geplant gewesen.
Jetzt aber zurück zu Marc-Olaf Ziller und unserem Gespräch: Er sei zurück getreten, weil er mit der Vergrößerung des Vereinsvorstandes so nicht einverstanden gewesen wäre. Auch habe die Neuorientierung in Richtung Garde eine wesentliche Rolle gespielt. Viel mehr sei es aber auch nicht. Er sei dem Verein weiter in aller Freundschaft verbunden, zumal seine Kinder auch hier tanzen, und momentan würde er sich als "einfaches Mitglied" sehr wohl fühlen.
Zu meiner Verteidigung: Ich habe lediglich das umgeschrieben, was in der Pressemitteilung anlässlich der Neuwahlen stand. Und auch in Zukunft sehe ich mich nicht gefordert, jede Pressemitteilung aus der Wesselinger Vereinswelt infrage zu stellen und zum Hörer zu greifen, um sie nachzurecherchieren.

















