Von Montserrat Manke
Wesseling. Sie wollten sich Edelweisspiraten nennen, weil sie sich im Widerstand sahen. Der eigentlichen Namensnennung voraus gingen Querelen innerhalb eines Wesselinger Karnevalsvereins. Außerdem kommt der Vizepräsident aus Köln und ist von seiner Familie her mit der schwierigen Thematik der Edelweißpiraten aus dem zweiten Weltkrieg vertraut. Doch jetzt kommt alles anders und es kommt so, wie man im Rheinland sagt: "Et hätt noch immer jod jegange".
Was ist passiert? Wie aufmerksame Werbekurierleserinnen und - leser wissen, gab es Querelen innerhalb einer Wesselinger Karnevalsgesellschaft, und das mag, wer will, auch gerne bei uns nachlesen. Jedenfalls - und das kann ich aus meiner Erfahrung in 17 Jahren Lokalredaktion sagen - gründet sich dann (meistens) ein neuer Karnevalsverein. Denn es geht zwar ohne die ehemaligen Mitstreiter, aber nicht ohne den Karneval. Das "iss enfach esu" und zwar "nit nur in Wesseling".
Die Einladungen zur Gründung waren verschickt, aber irgendwer leitete eine solche an den Kölner Express weiter. Und weil es auch dort engagierte Journalisten gibt, nahmen die Dinge in einer der größten deutschen Boulevard Zeitungen ihren Lauf. Der Express fragte bei den Betroffenen nach, den noch lebenden Edelweißpiraten. Dort löste die bekundete Namensnennung immense Empörung aus. "Das haben wir nie gewollt, wir wollen doch nur Gutes tun", sagte der Wesselinger Jürgen Clef, Vizepräsident des neuen Vereins, zur Redaktion.
Es kam, wie es kommen musste: Man traf sich zum Vorort Gespräch in Wesseling, auch wenn da der heute erschienene Artikel schon raus war. Und der Express brachte gleich noch den bekannten Kölner Musiker Rolly Brings mit, welcher mit der Thematik mehr als vertraut ist. Im Gespräch im Bierbrunnen konnten viele Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden, und das ganze gipfelte in dem berühmten "Et hätt noch immer jod jegange."
Denn von der Überzeugung des Vereins in Gründung und der Umbenennung in "Rheinpiraten von Wesseling" sowie der Idee der Jugendarbeit war Brings derart begeistert, dass er nicht nur zusicherte, den Aktiven ein Lied zu schreiben, welches mit einer bislang noch nicht benannten Wesselinger Musikgruppe einstudiert werden soll, sondern er sagte auch zu, dass man beim Umzug der Edelweißpiraten am 10. November zur Gedenkstätte in Ehrenfeld die Fahnen schwenken darf. Sabine Limberger persönlich hatte Brings mit ihrer Vorführung des Fahnenschwenkens davon überzeugt.
Dem nicht genug, wird - dem Vereinszweck entsprechend, für den Wesselinger Kinderkarneval aktiv werden zu wollen - eine Fahne mit signifikanten Unterschriften, die an dem Abend gesammelt werden - für den heimischen Kinderkarneval versteigert.
Bei dem Gespräch im "Bierbrunnen" überreichte Rolly Brings den künftigen Ehrenamtlern ein Buch von sich mit der Widmung "Für die Rheinpiraten KG Wesseling, alles Gute, euer Rolli Brings" sowie ein Heft mit Liedern von unter anderem den Edelweißpiraten.
Darüber hinaus habe Brings versprochen, mit der KG die
Lieder der Edelweißpiraten einzustudieren. Also um dem
"Teaser" wie man in (Journalisten) Fachkreisen
sagt, Genüge zu tragen, am Ende, da geht es dann doch wirklich
gut! Darauf ein dreimal Wesseling Alaaf!

















