Von Montserrat Manke
Keldenich. Wenn man die vielen Treppen hoch bis in den ersten Stock geschafft hat, die Türe hinter sich schließt, und mittendrin in den Räumlichkeiten der Ehrenamtler der Schwingeler Hof Werkstatt ist, dann ist man schnell eingefangen von dieser besonderen Stimmung, die hier herrscht.
Es duftet nach Waffeln und Kuchen. Dazu hört man Kinderlachen aus dem Spielzimmer, Gemurmel vom kleinen Trödelmarkt, der rechts im Dachboden aufgebaut ist und dazwischen rennen die fleißigen Männer und Frauen geschäftig herum, helfen hier und dort, backen, servieren, spielen mit den Kindern und haben auch immer Zeit für ein Gespräch.
Über 26 000 Euro konnten die Aktiven in den letzten sechs Jahren an die Kinderkrebshilfe Bonn mit ihren Erlösen aus Oster- und Weihnachtsbasaren sowie den Trödelmärkten übergeben, und das nicht nur aus dem Verkauf der feilgebotenen Sachen, sondern auch und gerade durch die - wie Franziska Knodel sagt - "Kleckerbeträge" von einem Euro für ein Stückchen Kuchen.
Denn alleine dieser findet jedes Mal reißenden Absatz - kein Wunder, denn von überall her kommen die Besucher, und lassen sich sechs bis zehn Stücke auf ein Papptablett packen, und bestücken daheim die Sonntagstafel.
Aber es ist auch die Besonderheit des Trödelmarktes, der viele Besucher anlockt, denn hier wird im wahrsten Sinne des Wortes noch echter Trödel verkauft: Alte Puppenwagen, antike Uhren, Omas Kristallvasen und -gläser, Kerzenständer, ja, sogar eine fast echte Rolex gab es zu erwerben oder ein mit einer Kurbel betriebenes Radio, mit integrierter Taschenlampe.
Gisela Kopp bäckt dazu frische Brezeln und hat herbstliche Cocktails für die Gäste parat, und erfahrene kleine Besucher wissen, bei Omi Gisela gibt es immer eine kleine Leckerei. Man merkt den Ehrenamtlern einfach an, dass sie mit viel Herz bei der Sache sind, und es hier nicht um Profit geht.
Die meisten Trödelschätze kommen aus Nachlässen, aber es wird sich auch von manch liebgewordenem Stück für den guten Zweck getrennt: An einem Stand zum Beispiel gab es haufenweise Tupperware zu erwerben. Und das natürlich zu einem günstigen Preis. Da kam auch Besucherin Nina Hämmerli in Versuchung, die schon zuvor mit einer Uhr geliebäugelt hatte: "Aber wohin damit?", fragte sie sich und kaufte schließlich eine "superpraktische" Mini-Socke für den Schlüsselbund, in dem sich ein Einkaufswagenchip verbarg.


















