Welche Farbe hat ein Pups?

"Kleine Strolche" mit Martin Perscheid in seiner Ausstellung

Von Montserrat Manke

Wesseling. Irgendwie geht es ganz schnell um Pupsen. Ja, Sie lesen richtig. Dieses Geräusch, was wir Menschen nun einmal machen, wenn unangenehme Winde uns ... ääh, nun ja ... verlassen.

Aber so ist das vielleicht einfach, wenn man mit einem der besten Cartoonisten der Republik zusammen ist und erst fünf Lenze zählt. Dazu kommt, dass Martin Perscheid selbst zwei Kinder hat, und um das Eis zu brechen, zwischen den sieben "Kleinen Strolchen" aus der KiTa am Westring und den anwesenden Erwachsenen, von daheim erzählt, wo seine Kleinen wissen wollten, welche Farbe ein Pups hat.

Doch auch wenn er viel übers Leben, und die menschlichen "Abgründe" in selbigem weiß, alles weiß selbst ein Perscheid nicht. Von der Redaktion knallhart befragt, welche Farbe denn nun ein Pups habe, antwortet er: "Das kann ich leider nicht sagen".

Aber das ist auch gar nicht mehr so wichtig, im ArtForum des Kunstvereins, wohin die Vorschulkinder mit Erzieherin Anne Heeg gekommen sind, um sich die Perscheid Cartoons anzuschauen - und zwar mit Führung durch den Meister selbst.

Viel lieber machen die Fünfjährigen Pupsgeräusche nach, indem sie ihre Mündchen fest auf den Unterarm drücken, und feste pusteten. Mittendrin anstatt nur dabei: Kunstverein Chefin Dagmar Ueding, die diesen Trick kurz zuvor verraten hatte.

Sie sehen, auch bei Erwachsenen kann es richtig locker zugehen, und über alle Konventionen hinweg wird einfach mal Quatsch gemacht. Die Stimmung im Ausstellungsraum des Kunstvereins, den es in der Stadt am Rhein seit 25 Jahren gibt, hätte nicht besser sein können.

Die Kunst von Perscheid nämlich, so erklärt es Anne Heeg, sei bestens geeignet, um die Kinder an Kunst im Allgemeinen heran zu führen. "Er malt ja nicht so kompliziert", so die Pädagogin. Natürlich ist es für ein fünfjähriges Kind nicht einfach zu verstehen, wo der Witz ist, wenn beispielsweise eine Frau auf einem Spaceshuttle im Raumanzug selbiges putzt und unten drunter steht: "Die erste Frau im Weltall".

Doch Dagmar Ueding - selbst ehemalige Schulleiterin einer Grundschule - kann prima erklären: Männer gingen davon aus, dass Frauen putzen gut fänden, aber dem sei gar nicht so und Martin Perscheid würde das durch seine Bilder ausdrücken.

Cartoon um Cartoon schauen sich die Kinder an, beschreiben, was sie sehen, und sind aufmerksam. Zum Beispiel vor dem Cartoon, auf dem Vegetarier ins Gras beißen, während nebenan die Steaks auf dem Grill braten: Auf die Frage der Erzieherin "ist man denn Wiese?" kommt es unisono aus sieben Kehlchen: "Naaaaaain".

Doch dann entdecken die kleinen Strolche das Klavier in der Ecke, und schon ist es aus mit den Bildern an der Wand - Jousra, Jasin, Filon, Mannat, Nina, Steeven und Shemsedin widmen sich einer anderen Kunst, und erobern gemeinsam mit Martin Perscheid die Tastatur. Und man sieht dem Künstler sowie bekennendem Vater (er hat mehrere Bücher über das Elternsein veröffentlicht: "Der kleine Perscheid", "Eltern am Abgrund" und "Das Cartoonbuch für Väter") an, wie sehr ihm dieser Vormittag inmitten dieser internationalen Truppe gefällt.

Mit einem Schmunzeln auf den Lippen beantwortet der gebürtige Wesselinger alle Fragen und am Ende malt er den Kleinen noch eine seiner berühmten Knollennasenfigur. Diese wird nun mit dem Kopierer vervielfältigt, und dann kann jedes Kind seinen eigenen Perscheid ausmalen.

 

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Letzte Änderung: Freitag, 28.10.2011 11:49 Uhr

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