Multifunktionsanlage für den Kölner Norden

Niehl (as). Nun ist sie endlich fertiggestellt, die neue Multifunktionsanlage der Stadtentwässerungsbetriebe  (StEB) an der Leonardus-Straße in Niehl. Vier Jahre hat es gedauert von der Planung bis zur Fertigstellung.

Mit ihren drei Einheiten, dem Pumpwerk, der Regenwasserbehandlungsanlage und einer Lagerstätte für Hochwasserschutzelemente soll sie künftig die umweltgerechte Entwässerung der nördlich gelegenen Industrie- und Gewerbegebiete sicherstellen. Auch Bezirksbürgermeister Bernd Schössler zeigte sich von der Technik des Pumpwerks beeindruckt: "Hier ist etwas gelungen, das im Kölner Süden nicht ganz so gut gelungen ist," lobte Schössler. "Eine schöne Anlage kombiniert, mit ökologischem Knowhow und modernster Technik." Das Besondere an dem von ASTOC Architects and Planners entworfenen Gebäude ist neben der in leicht geschwungener Gebäudeform als An­lehnung an fließendes Wasser eine mit Moos bepflanzte Basaltwand zur Rheinseite hin, die mit gereinigtem Regenwasser berieselt wird. "Das Kölner Pumpwerk zeigt die Regenwasserreinigung als Teil des ökologischen Prozesses", so Architekt Peter Berner "Moos hat die Fähigkeit Wasser zu filtern. Bei Wasserverschmutzung zeigen Moose organische und chemische Belastung an, Gewässerversauerungen und Schwermetallbelastungen. Ein besser architektonisch einsetzbares Symbol für die Qualität des Kölner Wassers gibt es nicht."
Insgesamt sechs Klärbecken mit einem Volumen von circa 3530 Kubikmetern dienen der Regenwasserbehandlung. Ge­reinigt wird das aus dem rund 200 Hektar großen, nördlichen Industrie- und Gewerbegebiet anfallende Regenwasser durch die Absetzwirkung der Schmutzstoffe. Das klärpflichtige Abwasser aus der Behandlungsanlage wird dem Klärwerk Stammheim zugeleitet. Das gereinigte Regenwasser wird direkt in den Rhein geleitet. Daneben dient das neue Pumpwerk mit einer Baugrubentiefe von fast 22 Metern, das entspricht ungefähr einem siebenstöckigen Hochhaus, zur Ableitung des Regenwassers. 12 Pumpen mit einer Gesamtleis­tung von 13860 Kubikmetern in der Stunde dienen zur Ableitung des Niederschlagswassers und sichern den Hochwasserschutz des Kanalnetzes.

Letzte Änderung: Donnerstag, 17.11.2011 14:24 Uhr

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