Innenstadt (ha). Die Diskussion um die Nutzung des Brüsseler Platzes endet nicht. Die Aufregungen um Lärmbelästigungen und Verschmutzungen sowie die Frage nach einer rechtsgültigen Räumung des Terrains stehen auf der Agenda von Anwohnern, Vermittlern, politischen Gremien und Bürgerinitiativen.
"Wenn sich das so im nächsten Jahr wiederholen sollte, werden wir das nicht mehr hinnehmen", verweist Bürgerbürosprecher Detlef Hagenbruch auf die im Frühjahr und Sommer strittige Situation um die Einhaltung der Nachtruhe sowie das Müllproblem durch Wochenendbesucher. "Wir werden darüber hinaus nicht länger den Ausschluss aus dem eingerichteten Beirat in dieser Sache akzeptieren. Dort sitzen zwar der Mediator und die Freunde des Brüsseler Platzes, doch die Anwohnerschaft ist nicht vertreten", so Hagenbruch.
Grundsätzlich befürwortet Hagenbruch die "sanfte
Räumung" durch Polizei und Ordnungsamt, die an den
letzten warmen Wochenenden des Jahres für Ruhe in den
frühen Morgenstunden sorgten. Man sei jedoch gegen eine
langfristige Räumung unter Druck. "Hier muss endlich ein
Konsens gefunden werden", erklärt Hagenbruch. Derzeit
werde vom "Bürgerbüro" geprüft, inwiefern
die Kontroverse juristisch beigelegt werden könne: "Es
muss klargestellt werden, ob die Stadtverwaltung ihre
Maßnahmen tatsächlich ausschöpft. Da gab es zwar
viel Gerede aber wenig Aktion. Die Leute sind eben in der Regel
nicht vor Ort präsent. Daher können sie die Situation
nicht einschätzen", verweist der Sprecher auf
"exorbitante Pinkler", und Unfallszenarien (wie
beispielsweise einen Stolperschlauch vom mobilen
Toilettenhäuschen, der über dem Geh- und Fahrradweg
führte).
Neben dem Appell an die Stadtverwaltung zu mehr Effizienz
kündigt Hagenbruch zudem Demonstrationen und eine
Plakat-Aktion an. "Wenn die Verwaltung nicht will, müssen
wir andere Saiten aufziehen", so der Vertreter des
Bürgerbüros, der an den Wochenenden eine Ruhezeit ab 24
Uhr auf dem Platz befürwortet.
Der langjährige Mediator in dem Fall, Dr. Detlev Wiener,
korrigierte die Aussagen Hagenbruchs. Demzufolge sei der Beirat
seinerzeit bezüglich der Einrichtung eines Kulturdecks als
Ausweichquartier am Aachener Weiher eingerichtet worden. Die
zukünftige Besetzung des Beirats soll nach Wieners Vorschlag
ohne Bürgerinitiativen mit politischen Repräsentanten der
Fraktionen aus der Bezirksvertretung besetzt werden.
"Für die Einrichtung eines runden Tischs gilt dies jedoch
nicht. Hier sind alle Beteiligten, also auch die 'Freunde des
Brüsseler Platzes' und das 'Bürgerbüro'
herzlich willkommen", so der Vermittler.
"Alle unter Wahrung des Rechtsstaates getätigten
Anstrengungen, die zur Verbesserung der Situation am Brüsseler
Platz beitragen, erachte ich als begrüßenswert,"
kommentierte Bezirksbürgermeister Andreas Hupke die
Ankündigungen des Bürgerbüro-Sprechers.



