Sülz (cd). Im Zuge der Aufführung des Theaterstücks "Eins auf die Fresse" widmeten sich die Schüler des Theater-Differenzierungskurses am Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium einem Thema, das ihnen selbst sehr nahe war: Mobbing im Klassenzimmer.
In dem Stück forderte Mobbing schon zu Beginn ein Opfer:
Der 14-jährige Matze hat Selbstmord begangen. Seine
Mutter ist überzeugt davon, dass er aus Angst vor der Schule
den Freitod wählte und stellt die Schulleiterin zur Rede. Die
weist, ebenso wie der Klassenlehrer, jede Verantwortung von sich.
Gleichzeitig geht in Matzes Klasse der Alltag weiter:
Während Minnie Mitschülerin Lana androht,
allen zu erzählen, dass ihr Vater im Knast ist, presst
Klassenrowdy Lucky dem neuen Mitschüler Sven das Fahrrad ab.
Die Geschichte scheint sich zu wiederholen.
Regie führte bei dem Stück Deutschlehrerin Eva Freund,
mit Unterstützung durch Theaterpädagogin Sigrid
Nüsser-Backes. "Bei 26 Neuntklässlern ist das auch
gut so", erklärte sie schmunzelnd. Das Stück des
Berliner Autors Rainer Hachfeld hatten sich die Schüler zu
Beginn des Kurses selbst ausgesucht, "weil es ihrer Lebenswelt
sehr nah ist", so Eva Freund. Mit 26 Schülern war der
Kurs sehr groß, trotzdem sollten alle ihren Auftritt auf der
Bühne bekommen. Daher wurden die wichtigsten Rollen jeweils
unter zwei Schülern aufgeteilt. Für andere wurden neue
Rollen hinzugeschrieben, teilweise schrieben die Schüler
ihre Texte selbst. "Man hat während der Vorbereitungen
gemerkt, dass es den Schülern wichtig war, dass die Botschaft
ankommt. Einer sagte mir, dass er zeigen will, wie es in der
Schule zugehen kann, und dass er andere vor dieser Behandlung
bewahren will", erklärte Eva Freund.


