Köln (ha). Zeitgemäßer Auftritt eines (nie) in die Jahre gekommenen Geistes: "Faust - Der Tragödie erster Teil" wurde beim 22. Kölner Tanz- und Theaterpreise mit dem Kölner Theaterpreis 2011 ausgezeichnet.
"Jörg Fürst ist das Kunststück gelungen, ein im klassischen Kanon so häufig gespieltes Stück mit frischem Blick zu sehen und um moderne Radikalität zu ergänzen?", würdigte Jurymitglied Dorothea Marcus die Inszenierung Fürsts am Theater im Bauturm. Den Kinder- und Jugendtheaterpreis 2011 erhielt das Stück "Hullabaloo" von Angelika Pohlert und Imke Pankauke, das am Theaterpädagogischen Zentrum aufgeführt wird. "Eine Inszenierung, die mit Überraschungen nur so gespickt ist. Gehen sie in die Genter Straße, dort, wo man in das Land 'Hullabaloo' gelangt?", forderte Laudator Thomas Linden die Besucher auf. Den Kölner Tanzpreis erhielt in diesem Jahr die Inszenierung "Loss of Control/Café Jolles" der 687performance. Jurymitglied Rita Kramp beschrieb das Stück als eine "Arbeit über das Chaos, über die Fragilität persönlicher Beziehungen, über das Verhältnis des Menschen zur Natur?". Der Darstellerpreis 2011 ging an Emanuele Soavi für seine Performance in "PANcomplex". "Er hat sein Tanzen sozusagen in der Hand und kann es portionieren, einfärben, entfalten, je nach inhaltlicher Notwendigkeit", befand Laudatorin Melanie Suchy. Weitere Auszeichnungen gingen an die ehemalige Leiterin des Theaters der Keller, Christiane Bruhn, und den Schauspieler und Tänzer Ralf Harster (Kölner Ehrentheaterpreis 2011), an Mateusz Dopieralski (Nachwuchspreis für junge Schauspielerinnen und Schauspieler) sowie an die Inszenierung "Der Schmerz" (Kurt-Hackenberg-Preis 2011 für politisches Theater).


