Turbulenter Start

Auftakt zum "Helios Forum" - Bürger-Werkstätten entstehen

Ehrenfeld (sf). Die Aula des Berufskollegs Weinsbergstraße war voll besetzt, als Bezirksbür­germeister Josef Wirges die Besucher der Auftaktveranstaltung der Bürgerbeteiligung zum ­Helios-Gelände begrüß­te. Rund 400 Bürger, viele von ihnen ­waren ohne Sitzplatz, wollten sich vor Ort informieren. 

Viele von ihnen kritisierten dabei die schwache Öffentlichkeitsarbeit und die kaum vorhandene ­Plaka­tierung für die Veranstaltung. Im Verlauf des Abends zeigte sich, dass die unterschiedlichen ­Zu­kunftspläne zum Helios-­Gelände nach wie vor die Gemüter erhitzen. Es gab viele Zwischen­rufe, und das Sicherheitspersonal entfernte sogar ein Plakat.
Zahlreiche Bürger sprachen sich erneut gegen ein Einkaufs­zentrum auf dem Helios-Gelände aus, die Politik hielt sich diesbezüglich zurück: Das ­Verfahren solle von Anfang an vollkommen ergebnisoffen sein, betonte Burkard Dewey vom Stadtplanungs­büro Dewey Muller, das mit der Moderation des Verfahrens beauftragt ist. Bernd Streitberger, Beigeordneter für Planen und Bauen, sprach sich jedoch ­gegen die von einigen Bürgern gewünschte Grünanlage aus: "Eine ökonomisch rentable Nutzung ist mir wichtig." Der Plan, auf dem Gelände eine Schule zu errichten, die laut Schulverwaltung dringend erforderlich sei und von der Mehrheit der Bürger befürwortet wird, ­stufte Andreas von Wolff vom Stadtplanungsamt als "schwierig" ein. Bevor der Stadtrat die letztendliche Entscheidung über die Zukunft des Helios-Geländes fällt, beginnt auf Anregung der Ehrenfelder Bezirksvertretung und laut Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses aber nun erst einmal die Bürgerbetei­ligung unter dem Titel ­"Helios Forum".
Dewey erklärte diesbezüglich, dass man zum Auftakt zunächst nur über den Ablauf des Verfah­rens, nicht über Inhalte sprechen möge. Die Bürgerbeteiligung wird aus zwei Workshops bestehen, zu denen sich die Bürger ab sofort anmelden können. Der erste Workshop findet am 3. und 4. Februar, der zweite Workshop am 24. März statt. Es werden drei Gruppen gebildet, die themenspezifisch arbei­ten sollen: Die erste Gruppe beschäftigt sich mit dem Thema Handel, die zweite mit dem Thema Bildung. "Wohnen, Kultur und Kreativwerkstatt" lautet das Thema der dritten Arbeitsgrup­pe. In den Gruppen werden ­Vertreter der Stadt, Bürger und ­Eigentümer vertreten sein. ­Zudem sollen gleichermaßen verschiedene ­Interessengrup­pen beteiligt werden. Aufgrund der limitierten Teilnehmerzahl dürfen jedoch nur insgesamt 75 Bürger in den Arbeitsgruppen mitwirken. Sollten sich mehr Bürger anmelden, entscheidet das Los.
Dieses Verfahren wurde von den Bürgern stark kritisiert: Sie forderten mehr Mitspracherecht und größere Teilnehmerzahlen für die Workshops. "Die Werkstätten sollten öffentlich sein, ich will da auf jeden Fall hingehen", erklärte eine Bürgerin. Bernd Streitberger befürchtete hingegen, dass eine Diskussion mit ­einer zu großen Teilnehmerzahl ergebnislos verlaufen würde: "Wir müssen einen Prozess hinbekommen, der beginnt und ­endet." Ebenfalls stark kritisiert wurde die Dauer der Work­shops, drei Tage seien viel zu ­wenig. Auch das geplante Losverfahren bemängelten die Bürger. So könne keine gerechte ­Interessenverteilung innerhalb der Gruppierungen entstehen.
Die Anmeldephase für die Workshops, an denen sowohl Ehrenfelder als auch Nicht-Ehrenfelder teilnehmen können, endet am 31. Dezember. Weitere Informationen und Anmelde­möglichkeiten gibt es auf der ­Inter­netseite www.stadt-koeln. de Auf den städtischen Seiten zum "Helios Forum" können die Bürger auch Meinungen und Anregungen vortragen, die später den Teilnehmern der Werkstätten zur Diskussion vorgelegt werden.
Das Anmel­deformular für eine der Werkstätten kann aber auch im Bezirksrathaus Ehrenfeld (Venloer Straße 419-421, Raum 104) persönlich abgeholt werden. Auch eine Anmeldung per Telefon ist unter 0221/ 221-26205 möglich.

Letzte Änderung: Freitag, 16.12.2011 17:30 Uhr