Holweide (ac). "Medici" soll ein neues Ärztehaus am Krankenhaus Holweide heißen. Den Sinn für Kunst und Architektur seiner Namensvettern aus der Renaissance spiegelt der Entwurf allerdings kaum wieder: Grün-Weiß, fünfstöckig, rechtwinklig und klotzig.
Die Bezirksvertreter forderten eine
Öffentlichkeitsbeteiligung sowie Alternativaufträge.
Außerdem sollen Maßnahmen getroffen werden, um
Durchgangsverkehr zu vermeiden.
"Bei der Architektur dieses Kastens wollen wir
mitreden", betonte Jutta Kaske-Vollmer von der
SPD-Bezirksfraktion und forderte einen Architektenwettbewerb
für das Ärztehaus, das die Kliniken der Stadt Köln
gGmbH neben dem Schwesternwohnheim auf ihrem Grundstück
errichten lassen will. Errichtet wird der Bau von einem privaten
Bauträger, künftige Mieter sollen Ärzte, vor allem
aus den Sparten Kardiologie, Innere Medizin und Orthopädie,
sein. Auch eine Apotheke, ein Sanitätshaus oder ein Optiker
könnten dort laut Beschlussvorlage Platz finden. Parken
können Besucher auf dem bestehenden
Krankenhausparkplatz.
Bedenken äußerten die Bezirksvertreter nicht nur wegen
der Verkleinerung der bestehenden Grünfläche und der
Nähe zum Strunder Bach. Stefan Krüger (CDU)
befürchetet ein Abwandern von Arztpraxen aus dem Zentrum
Holweides zum Krankenhaus. Auch Kaske-Vollmer konnte die Errichtung
eines Optikers oder Akustikers nicht nachvollziehen.
Wolfgang Honecker vom Stadtplanungsamt wies dagegen darauf
hin, dass die Klinik in der Hoffnung auf Synergieeffekte selbst den
Antrag auf Änderung des Bebauungsplans gestellt hatte. Last
but not least war zusätzlicher Durchgangsverkehr eine weitere
Sorge der Lokalpolitiker.
Verabschiedet wurde die Beschlussvorlage, die der
Stadtentwicklungsausschuss an die Bezirksvertreter weitergeleitet
hatte, deswegen auch mit mehreren Zusätzen: Zum einen wurde
eine Mehrfachbeauftragung gefordert, außerdem sollen
Maßnahmen zur Verhinderung von Durchgangsverkehr getroffen
werden.


