Vingst (sf). Eine Parkbank dient in dem Bühnenstück "Rendezvous in Vingst" als Kulisse und zentralen Begegnungsort von Menschen, die unterschiedlicher kaum sein können: Die jüngsten von ihnen sind 13, die ältesten über 80 Jahre alt. Einige von ihnen sind in Vingst aufgewachsen, manche stammen aus der Türkei, andere kommen aus Russland.
So unterschiedlich ihre Kulturen und ihr Alter sind, so haben
sie doch sehr viel gemeinsam: Liebe, Träume und Heimweh
prägen ihre Gefühlswelten, die sie auf der Bühne
offenbaren. In einzelnen Episoden erzählt das
Bühnenstück "Rendezvous in Vingst" von jungen
und älteren Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, die
sich bei verschiedenen "Rendezvous" in Vingst begegnen.
Die 29 Laiendarsteller, darunter zehn Senioren, spielen sich quasi
alle selbst, denn zur Vorbereitung des Stücks haben sie sich
mit ihrer eigenen Identität auseinandergesetzt und zusammen
mit den beiden Theaterpädagogen Andreas Schmid und Günay
Köse aus Themenkomplexen, die sie persönlich
beschäftigen, ein Theaterkonzept entwickelt.
Nach etwa einem halben Jahr regelmäßigen Proben durften
die Laiendarsteller ihr Bühnenstück in der Katholischen
Grundschule Hesshofstraße erstmals aufführen. "Alle
Mitwirkenden haben eine hohe Konzentrationsfähigkeit
gezeigt, als es darauf ankam. Ich bin sehr stolz auf diese
Amateurschauspieler", sagt der Regisseur des Stücks,
Andreas Schmid. Dabei war die Zusammenarbeit anfangs gar nicht so
leicht: "Man muss erstmal eine gemeinsame Sprache
finden", berichtet Schmid. Zunächst arbeiteten er und
Günay Köse mehrere Wochen nur mit den Jugendlichen
zusammen. Schmid hatte sie im Bürgerzentrum Vingst getroffen
und gefragt, ob sie Lust hätten, bei dem Projekt mitzuwirken.
Später hat er den Kontakt zum Seniorennetzwerk Vingst
hergestellt und hier ambitionierte und von der Idee überzeugte
ältere Menschen gefunden. So zum Beispiel Ferdi Meyer, der im
Theaterstück in einer Szene zum Thema "Liebe im
Alter" zu sehen ist: "Was mich beeindruckt hat ist, dass
die Jugendlichen mit einer Ernsthaftigkeit und Disziplin beim
Theaterstück dabei sind", erzählt Meyer von der
Zusammenarbeit. "Das Theater ermöglicht Begegnungen
herzustellen", erklärt Andreas Schmid. Hier sind
Menschen zusammen gekommen, die sonst nicht zusammen finden: Beide
Gruppen haben in den gemeinsamen Monaten sehr viel voneinander
gelernt und sehr viel voneinander erfahren. "Die Jugendlichen
haben eine ungeheure Entwicklung durchgemacht. Sie haben unter
anderem gelernt, Stolz zu entwickeln und Ängste zu
überwinden", berichtet Tommi Grusch vom
Bürgerzentrum Vingst, unter dessen Dach sich auch das
Seniorennetzwerk Vingst befindet.
Finanziert wurde das Projekt von der Sozialraumkoordination und der
GAG Immobilien AG, der ein großer Teil der Wohnsiedlungen in
Vingst gehört.







