Ehrenfeld (sf). Die Zukunft des Helios-Geländes, der Bau der Moschee und der Erhalt des Hochbunkers in der Körnerstraße waren einige der Themen, die den Stadtbezirk Ehrenfeld im vergangenen Jahr bewegten.
"Wir haben vieles in die Wege geleitet", stellt
Bezirksbürgermeister Josef Wirges im
Rückblick auf das Jahr 2011 fest, doch auch in 2012 gebe
es noch "viele Baustellen, an denen wir weiter arbeiten
werden."
Im Februar konnte letztes Jahr an der Ecke Innere Kanalstraße/
Venloer Straße nach Fertigstellung des Rohbaus Richtfest der
Zentralmoschee gefeiert werden. Acht Monate später
kündigte der Bauherr, der Dachverband Türkisch-Islamische
Union der Anstalt für Religion (DITIB), überraschend die
Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Paul Böhm
und beschuldigte dieses, bei der Planung und beim Bau der
Moschee mangelhaft gearbeitet zu haben. Die für dieses
Frühjahr geplante Eröffnung der Moschee könnte
dadurch gefährdet werden: "Ich wünsche mir, dass es
zu einer außergerichtlichen Einigung zwischen der DITIB
und Professor Paul Böhm kommt", erklärte Wirges.
Auch das Helios-Gelände war ein brisantes Thema im vergangenen
Jahr: Anfang Dezember fand die Auftaktveranstaltung zur
Bürgerbeteiligung statt: Themenorientierte Workshops
wurden gegründet, um gemeinsam über die Zukunft der heute
größtenteils brach liegenden Fläche zu diskutieren.
Es sei gut, dass viele Leute zu dieser Auftaktveranstaltung
gekommen seien, doch es müsse nachgebessert
werden, so Wirges, denn: "Mir fehlt immer noch die
repräsentative Beteiligung der Ehrenfelder
Bevölkerung." Ziel sei es, dass auch Arbeitsgruppen
eingerichtet werden, in denen die Wünsche und Vorstellungen
von Kindern, Jugendlichen und Senioren eingebunden werden:
"Ich möchte, dass sich alle beteiligen", betonte
Wirges.
Für den Erhalt des Hochbunkers in der Körnerstraße
hat sich im vergangenen Jahr eine Initiative mit dem Namen
"Rettet den Hochbunker" gegründet, nachdem bekannt
wurde, dass der Besitzer, die Bundesimmobilienanstalt (BIMA) den
Bunker verkaufen muss. Zum Jahresende fanden vorerst die letzten
Kulturveranstaltungen in dem Hochbunker statt. Den Verhandlungen
zwischen der Stadt und der BIMA, die in diesem Jahr zwecks Ankauf
des Bunkers anstehen, blickte Wirges zum Jahresstart aber
optimistisch entgegen. Da sich solche Gespräche jedoch
erfahrungsgemäß etwas länger hinziehen, möchte
sich Wirges dafür einsetzen, dass der Bunker
zunächst vorübergehend gemietet wird. So soll
den Kulturschaffenden, die das Gebäude regelmäßig
nutzen, die Möglichkeit gegeben werden, hier auch während
der Verkaufsverhandlungen Events zu veranstalten.
Als "Ärgernis" bezeichnet Josef Wirges den
heruntergekommenen Zustand der Bahnbögen entlang der
Bartholomäus-Schinck-Straße: Seit mehreren Jahren
gebe es Verhandlungen mit der Bahnbögen GmbH, "doch
leider hat sich außer öffentlichkeitswirksamen
Absichtserklärungen nicht viel getan", resümierte
Wirges. Im April wird es deshalb eine
"Bahnhofskonferenz" geben, bei der Vertreter der
Deutschen Bahn AG, Bahnhofsmanager der Bahn AG, als
Hauptpächter die Bahnbögen GmbH, die örtliche
Politik sowie verschiedene Gewerbetreibende gemeinsam an
einem Tisch sitzen werden, um eine Bestandsaufnahme zu machen und
tragfähige Lösungen zu finden. Josef Wirges blickt aber
auch diesen Verhandlungen durchaus optimistisch
entgegen: "Ich verspreche mir von dieser Konferenz einen
Durchbruch, damit endlich dieses Einfallstor unseres
Stadtbezirks in einem neuen Licht erscheint."





