Zu viel Verkehr im Westen

Lindenthaler Bezirksvertreter haben auch im neuen Jahr wieder viel Arbeit

Lindenthal (af). Zwischen den Jahren kehrte auf den viel befah­renen Straßen im Stadtbezirk wieder etwas Ruhe ein, doch diese war eben nur von kurzer Dauer. 

Wie schon im vergangenen wird auch in diesem Jahr für die Lindenthaler Bezirksvertreter der Verkehr und die damit verbundenen Probleme das Leitmotiv - oder besser gesagt das "Leid-Motiv" - sein. Mit zahlreichen Maßnahmen, etwa rund um die Friedrich-Schmidt-Straße in Braunsfeld, haben die Fraktionen 2011 versucht, die Belastung durch Lärm und Dreck für die Anwohner zu mindern, doch auch die Autofahrer fordern Verbesserungen: Denn vielerorts sind die Straßen im Kölner Westen verstopft und es fehlen Parkplätze, dies sind die häufigsten Klagen. In den Wohngebieten rund um die Dürener Straße wurde deshalb das Anwohnerparken eingeführt. Für die Zukunft fehlt ­jedoch immer noch ein übergeordnetes Verkehrskonzept für den Kölner Westen. Die Verwaltung hat ein solches Konzept schon länger angekündigt, bis jetzt allerdings noch nicht vorgelegt. Unter dem Gesichtspunkt des Verkehrs wird dabei auch die geplante Verlegung des Großmarktes aus der Südstadt nach Marsdorf diskutiert. Im Grunde ist der Umzug von der Stadt bereits beschlossen, doch nach Ansicht der Bürger und der Bezirksvertreter belegt das Verkehrsgutachten, welches im ­Oktober den Politikern vorgestellt wurde, dass die Verlegung zu einem Verkehrsinfarkt im Stadtbezirk führen würde. ­Besonders die Dürener Straße sowie die Stadtteile Junkersdorf, Müngersdorf und Braunsfeld würden laut des Gutachtens durch den An- und Ablieferverkehr stark belastet. Bezirks­bür­germeisterin Helga Blömer-Frer­ker hofft, dass der Rat ange­sichts der neuen Daten seine Entscheidung noch einmal überdenkt. Die Lindenthaler Politiker empfehlen in jedem Fall ­einen Großmarkt-Standort am Güterbahnhof Eifeltor.
Bedingt hat auch der ­geplante Campus in der Joseph-Stelzmann-Straße mit Verkehr zu tun - der soll nämlich aus der Straße verbannt werden. Zwischen Bardenheuerstraße und Kerpener Straße soll eine zusammen­hängende, autofreie Grünfläche entstehen - so zumindest der Wunsch der Medfacilities GmbH. Die Firma baut zurzeit auf dem Gelände der Uniklinik. Diese Pläne stoßen bei den Anwoh­nern jedoch auf ein geteiltes Echo. Die einen monieren die schon jetzt schlechte Parkplatz­situation und eine erhöhte ­Belas­tung der Robert-Koch-Straße auf Grund einer Durchfahrtsperrung der Joseph-Stelzmann-Straße. Die anderen fänden ­eine Verkehrsberuhigung durchaus positiv. Die Entscheidung für oder wider diese Planung müssen die Bezirksvertreter noch treffen. Weiteren Handlungsbedarf sieht die ­Bezirksbürgermeisterin beim ­Betreuungsangebot für unter Dreijährige, dass ausgebaut werden muss. Zudem soll der Öffentliche Personen-Nahverkehr gestärkt werden. Hier steht im Beson­deren die Verlängerung der Buslinie 136 bis nach Junkersdorf im Fokus.
Beendet ist hingegen der Kampf für das Junkersdorfer "Limelight": Im April schließt das Veranstaltungstheater endgültig seine Pforten. Und auch die Tage des Hallenbades in Weiden scheinen gezählt: Die Schließung im Februar ist ­beschlossen und eine vorüber­gehende Weiterführung als Bürgerbad wurde ebenfalls abgelehnt. Trotzdem wollen die Bürgerinitiativen aus Junkersdorf und Lövenich weiter für einen Erhalt kämpfen.

Letzte Änderung: Dienstag, 03.01.2012 11:51 Uhr

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