Von Jan L. Dahmen
In der letzten Sitzung vor der Weihnachtspause haben SPD, FDP
und Grüne mit Unterstützung der LINKE-Fraktion einen so
genannten "vorhabenbezogenen Bebauungsplan" für das
Grundstück Ecke
Hans-Böckler-Straße/Kölnstraße beschlossen.
Damit ist der Weg frei für die Pläne der
Wohnungsbaugesellschaft Rhein-Erft (GWG), die dort ihr altes
Firmengebäude sanieren und um einen Neubau auf dem
Gelände der ehemaligen evangelischen Kirche ergänzen
will.
Im Neubau sollen 25 Wohneinheiten entstehen. Zehn davon werden
öffentlich gefördert und behindertengerecht ausgestattet.
Außerdem sind zwei weitere Wohngruppen für jeweils acht
Personen geplant. Mieter dieser Wohnungen ist die Diakonie
Michaelshoven.
Um die Pläne hatte es Kontroversen in dem zuständigen
Ausschuss gegeben. Neben der Gestaltung und der Frage, ob bestimmte
Bäume erhalten bleiben können, war der Streit vor allem
an der Frage der notwendigen Stellplätze entbrannt. Die CDU
stellte sich von Anfang an auf den Standpunkt, dass in diesem
Bereich die Zahl der Stellplätze ohnehin schon zu knapp
bemessen sei, und daher der GWG als Bauherr die Einrichtung
weiterer Parkplätze zur Auflage gemacht werden sollte.
"Natürlich ist die Parkplatzsi¬tuation in diesem
Gebiet sehr angespannt. Wir sind aber der Auffassung, dass sie
jetzt aus¬gewiesenen 58 Stellplätze ausreichend
sind", betonte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende,
Stephan Renner. Sein Kollege Bert Rein¬hardt ergänzte:
"Wir begrüßen dieses großartige
sozialpolitische Projekt der GWG ausdrücklich. Behinderte
Kinder und eine Gruppe Demenzkranker bekommen dort ein neues
Zuhause!"
Gleichzeitig hat der Rat beschlossen, eine Änderung im
Gesellschaftsvertrag der GWG anzustreben. Deren Aufgabe ist bislang
unter anderem damit definiert, "sichere und sozial
verantwortbare Wohnungen für breite Schichten der
Bevölkerung zur Verfügung zu stellen". Die Vertreter
der Stadt im Aufsichtsrat des Unternehmens sollen nach dem Willen
der Ratsvertreter darauf hinwirken, dass der Zusatz
"insbesondere einkommensschwache" in den Vertrag
aufgenommen wird.



