Das Wasser ist wieder zurückgekehrt

Lindenthaler Kanäle wurden nach der Sanierung geflutet

Lindenthal (af). Es war keine Feuerwehr in Sicht, und doch lautete das Kommando: "Wasser marsch!" Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker gab per Telefon die Anweisung zur Flutung der neuen Linden­thaler Kanäle und ein Mitarbeiter des Grünflächenamtes drehte den großen Hahn auf. 

Seitdem fließt wieder Wasser durch die Kanäle - von der Quelle unterhalb des "Landhaus Kuckuck" neben dem Rhein-Energie-Stadion über den Aachener Weiher und dann unterirdisch bis hin zum Rhein. Damit wurden nach rund einem Jahr Sanierungs­arbeit der Rautenstrauch- und der Clarenbachkanal zwischen Universitätsstraße und Gürtel wieder zu Gewässern. Die Arbeiten waren auf Grund der schlechten Wasserqualität und Schäden an der Uferbefes­ti­gung notwendig.
Dazu wurde zunächst das Wasser aus den Becken ­gepumpt, bevor man gut 600 Tonnen Schlamm entfernte. Rund zehn Zentner Fische wurden im Zuge der Aktion umgesiedelt. Die Tiere erhielten im Heider Bergsee ein neues Zuhause. In Zukunft sollen nur noch im Clarenbachkanal Fische schwimmen, erklärte Friedrich Wissing, dessen Ingenieurbüro die "Revitalisierung" der Kanäle übernommen hatte. Wichtig sei ein gleichmäßiger Fluss des Wassers, erklärte der Ingenieur. Dafür sorgen ab sofort eine neue Uferbefestigung und so genann­te Oberflächenabzüge an den Brücken, die Laub von der Wasseroberfläche saugen können. Neu installierte Staubecken, an dessen Rändern spezielle Pflanzen eingesetzt werden, sollen das Gewässer zusätzlich reinigen und beleben. Außerdem wurden alle Brückenbauwerke und die Beckeneinfassung mit den beiden Zentauren-Statuen am Karl-Schwering-Platz in Stand gesetzt.
Die Sanierung der Kanäle ­kos­tete knapp eine Million ­Euro, 80 Prozent davon bezahlte das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Regionale 2010, die restlichen 20 Prozent die Stadt.

Letzte Änderung: Freitag, 06.01.2012 15:53 Uhr

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