Nippes (hub). Die KAB St. Marien hatte zur Informationsveranstaltung zum Thema "Umgestaltung der Neusser und der Kempener Straße" eingeladen. Walter Gutzeit erläuterte mit Unterstützung von Architektin Kerstin Preuß die Besonderheiten an den einzelnen Kreuzungen.
"Früher wurde für Autofahrer geplant. Heute sind die Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt", so startete er. Bei der Kempener Straße handelt es sich um einen städtebaulichen, klassischen Straßenzug mit Mittelallee. Durch das Parken werde der Charakter zerstört Die Planung sieht deshalb vor, diesen Charakter wiederherstellen. So sollen die langen Links- und Rechtsabbiegespuren verschwinden. Um den Verkehrsfluss aufrecht zu erhalten, werden mehrere Kreisverkehre angelegt sowie Abbiegemöglichkeiten unterbunden und auf eine Regelung mit Lichtsignalanlagen verzichtet.
Die Parkplätze werden weitgehend an die rechte
Fahrbahnseite gelegt, ebenso der Bereich der Radwege. In diesem
Punkt kam eine Diskussion darüber in Gang, welche Kombination
sicherer sei: die Fahrrad/Auto oder die
Fahrrad/Fußgänger. "Wenn ein Radfahrer die
Straße benutzt, hat er die gleichen Rechte und Pflichten wie
ein Autofahrer", so Gutzeit. Ähnliche Probleme wurden bei
den Kreisverkehren deutlich. Man müsse sich als Radfahrer im
Kreisverkehr breit machen, empfahl der Gast Kunibert Rauch, der
damit gute Erfahrungen gemacht habe.
Auf der Neusser Straße sieht es etwas anders aus. Hier handelt
es sich um einen gestuften Straßenzug. Hier gingen die
Fußgänger kreuz und quer über die Straße, so
Preuß.
In der Planung würde dieses Verhalten mit einem Mittelstreifen
sozusagen legalisiert. In der Kempener Straße wie auch in der
Neusser Straße wird der Verkehr einspurig geführt, das
heißt, auch hinter den Bussen müsste künftig
gewartet werden.
Auf der Veranstaltung wurde ebenfalls gefordert, dass das
Fahrradparken stärker geplant werden solle, und zwar
insbesondere an der Einmündung Florastraße.
Durch das unorganisierte Parken wird der Gehweg für die
Fußgänger ebenso eingeengt wie auch durch sehr
üppige Außenanlagen der Geschäfte. Durch den breiten
Gehweg werden diese Probleme allerdings ein wenig abgemildert.
Letztendlich blieben ein paar weitere Fragen offen, wie zum
Beispiel, wie sieht es bei einem heftigen Winter bezüglich
Winterdienst und den entstehenden Pfützen aus. Ist in den
Planungen der Dienstagszug berücksichtigt?



