Kein Ersatz für die alte Brücke?

Militärringquerung wird wohl abgerissen

Ehrenfeld/Bocklemünd (sf). Als Bezirksbürgermeister Josef Wirges erklärte, "der Tagesord­nungspunkt 6.1. 'Fußgängerbrücke über die Militärring­straße und Fußgängerbrücke im Bereich der Tollerstraße' wird von Seiten der Verwaltung zu­rückgezogen", waren die Ehren­felder ­Be­zirks­vertreter doch ­etwas ­ver­wundert. 

Und auch beim Stadtrat verschwand dieser Punkt einen Tag später von der Tagesordnung. Dabei schienen sich die Lokalpolitiker und der Stadtrat doch schon lange einig, dass die 30 Jahre alte, ­maro­de Holzbrücke, die über die ­Militärringstraße in Höhe der Tollerstraße in Bocklemünd führt, abgerissen werden soll.
Anfang Dezember hatte man die Brücke für den Fußgänger- und Radverkehr gesperrt, weil ­einige Bauteile nicht mehr ­sicher waren. Genutzt wurde die Brücke ohnehin kaum noch: ­Bereits vor einigen Monaten ließ die Stadtverwaltung Zählungen durchführen und kam zu dem Ergebnis, dass die Brücke ­sowohl werktags als auch am Wochenende nur sehr gering frequentiert wird. Die Bezirksvertretung hatte sich bereits im Juni vergangenen Jahres für den ersatzlosen Abriss der Brücke ausgesprochen. Bei der Stadt scheint man jedoch noch unent­schlossen zu sein, ob die Holzbrücke ersatzlos abgerissen wird oder doch ein Neubau notwendig ist: "Hier gibt es noch Abstimmungsbedarf", erklärte Gerd Neweling vom Amt für Brücken- und Stadtbahnbau. Deshalb entschloss sich der Rat, den Beschluss über den Abriss der Brücke zu vertagen.

Fest steht allerdings, dass die Holzbrücke der geplanten Verlängerung der Stadtbahnlinie 3 im Weg ist: Denn die Stadtbahn­linie soll von der jetzigen Endhaltestelle am Ollenhauerring bis zum Schumacherring verlängert werden. Zukünftig wird sie auf diesem Abschnitt parallel zur Militärringstraße verlaufen. Die Holzbrücke ­müss­te baulich angepasst werden, ­damit die Straßenbahn zukünftig unter ihr hindurchfahren kann. Kostenpunkt: 1,95 Millio­nen Euro. Und auch die unmittelbar angrenzende kleine Holzbrücke, die die beiden durch die Tollerstraße geteilten Schulgrundstücke der Max-Ernst-Gesamtschule miteinander verbindet, müsste erneuert werden. Hier kämen auf die Stadt noch einmal 110.000 ­Euro an Kosten zu. Da jedoch die ­Zusammenlegung der beiden heute noch geteilten Schulgrundstücke möglich ist, ­könnte diese Verbindungsbrücke ersatz­los gestrichen werden.

Auch die große Brücke über die ­Mili­tärringstraße wurde überwiegend von Schülern genutzt, um für den Sportunterricht vom Schulgrundstück zur Bezirkssportanlage zu gelangen. Bald können auf dem Schulgelände allerdings zwei neue Turnhallen in Betrieb genommen werden. Bis zur Fertigstellung der ­neuen Turnhallen nehmen die Schüler auf dem Weg zum Sportunterricht einen kleinen Umweg in Kauf und nutzen die nur ­wenige Gehminuten entfernte Fußgängerüberquerung am Knotenpunkt Ollenhauerring.
Die Stadtverwaltung hatte bereits in einer Beratungsunterlage erklärt, dass sie die ersatz­lose Aufgabe beider Brücken bevorzuge. Deshalb waren nicht nur die Lokalpolitiker verdutzt, warum jetzt doch noch einmal "Abstimmungsbedarf" reklamiert wurde.
Johannes Keulen vom Amt für Brücken- und Stadtbahnbau berichtete jedoch, dass das Thema in der nächsten Sitzung des Stadtrats wieder auf der Tagesordnung erscheinen wird.

Letzte Änderung: Donnerstag, 12.01.2012 14:58 Uhr

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