Lindenthal (vd). Hinsichtlich der Verkehrsprobleme im Kölner Westen richteten die CDU-Abgeordneten Rita Klöpper und Dr. Martin Schoser Mitte Dezember eine "Kleine Anfrage" an die Landesregierung.
Darin verwiesen sie auf die geplante Verlagerung des Kölner
Großmarktes nach Marsdorf, die der Rat der Stadt Köln
bereits am 13. Dezember 2007 beschlossen hat. Diese hätte
erhebliche Auswirkungen auf die Verkehrssituation im
Kölner Westen sowie in den angrenzenden Kommunen
Hürth und Frechen, "so dass die geplante Verlagerung
Fragen der übergeordneten Verkehrs- und Landesplanung
betrifft", heißt es in der Anfrage. Bezug
nehmend auf das von der Stadt Köln in Auftrag gegebene
Gutachten, dessen Ergebnisse Ende letzten Jahres vorgestellt
wurden, wiesen Rita Klöpper und Dr. Martin Schoser auf
die Verkehrsbelastung hin, die in den kommenden Jahren und
Jahrzehnten erheblich steigen werde. Und in dem Gutachten habe man
bei den Einschätzungen sogar vorausgesetzt, "dass
innerhalb der nächsten acht Jahre diverse
Straßenbaumaßnahmen für Kommunal- und
Landesstraßen, beziehungsweise innerhalb der nächsten 13
Jahre diverse Straßenbaumaßnahmen für
Autobahnen und Bundesstraßen (insgesamt 26
Straßenbaumaßnahmen) vollständig umgesetzt
werden", so Klöpper und Schoser. Ihre Einschätzung
lautet: "Angesichts der für den Straßenbau
eingesetzten Mittel und der jahrzehntelangen Planungserfahrung
einzelner Maßnahmen muss die vollständige Umsetzung der
im Gutachten aufgeführten Straßenbaumaßnahmen in
diesem knappen Zeitraum als unrealistisch eingeschätzt
werden - insbesondere vor dem Hintergrund, dass
einzelne Maßnahmen durch die rot-grüne Landesregierung in
ihrer Priorität zurückgestuft wurden, zum Beispiel die B
265n, die Ortsumgehung Hürth-Hermülheim, so dass
eine rechtzeitige Realisierung fragwürdig
erscheint."
Hinzu kämen darüber hinaus die Auswirkungen des
Großmarktes, für die in der Literatur keine
Erfahrungswerte vorlägen. Bei den Prognosen habe man im
Gutachten dann nicht die Daten vom heutigen Kölner
Großmarkt in Raderberg, sondern die vom Frankfurter
Großmarkt auf den Kölner Standort übertragen.
So oder so "ist im Ergebnis eine weitere Verschlechterung der
Verkehrssituation im Kölner Westen und den angrenzenden
Kommunen wahrscheinlich", so Klöpper und Schoser, und das
bedeute "eine massive Einschränkung der
Lebensqualität."
Aus diesem Grund hatten die CDU-Abgeordneten die Landesregierung
gefragt, wie sie die Entwicklung der Verkehrssituation im
Kölner Westen und die Verlagerung des Großmarktes
nach Marsdorf bewerte. Zudem wollten Klöpper und Schoser
wissen, ob die Landesregierung die Realisierung der im
Verkehrsgutachten aufgeführten 26
Straßenbaumaßnahmen innerhalb des jeweiligen Zeitrahmens
für realistisch halte und wie der Zeit- und
Kostenplan für die Maßnahmen aussehe, die in
Regie von Strassen. NRW realisiert werden sollen. Und zu
guter Letzt stellten die beiden Abgeordneten die Frage:
"Sollte die Stadt Köln die
Standortentscheidung für die Verlagerung des
Großmarktes überdenken, zumal
Alternativstandorte (zum Beispiel Hürth-Kalscheuren mit
direktem Bahn- und Autobahnanschluss) angeboten wurden, die noch
nicht geprüft wurden?"
Die Antworten auf die "Kleine Anfrage" lassen aber
vorerst noch auf sich warten, denn "die Beantwortung kann
nicht fristgerecht erfolgen, da hierzu eine Einbindung
nachgeordneter Behörden erfolgen muss. Weiterhin erschweren
die Feiertage und die Ferienzeit die Fristeinhaltung",
hieß es Anfang Januar in einer Stellungnahme seitens des
NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen,
Wohnen und Verkehr, in der beim Landtagspräsidenten um eine
Fristverlängerung um drei Wochen gebeten wurde. Laut
Rita Klöpper und Dr. Martin Schoser sei ein
solcher Regierungsantrag auf Fristverlängerung
"ungewöhnlich". Sie forderten die
Landesregierung auf, "die zusätzlich gewonnene Zeit
für eine sachgerechte Beurteilung zu nutzen und heftig
darüber nachzudenken, ob der Standort
doch ein anderer sein muss. Es ist sinnvoll, dass der Verkehrs- und
Wirtschaftsminister Voigtsberger alle Beteiligten in
der Region zu einem weiteren Austausch zusammenbringt, zumal
von der Stadt Hürth ein anderer Standort zur Ansiedlung des
Kölner Großmarktes ins Gespräch gebracht
wurde."