Ehrenfeld (ha). Nach ihrem Cirque Nouveau-Geniestreich "Mimikry" zog es Regisseurin Bianca Lehnard mit ihrem aktuellen Stück "Tea with Cinnamon" wieder in die Manege.
Mit Schülerinnen des Theaterpädagogischen Zentrums
Köln inszenierte die Künstlerin an zwei Abenden
gefeierte Darbietungen an der Bühne der Kulturen. Ebenfalls
mit Elementen aus der Kunstbewegung des "Neuen Zirkus"
versehen, gelang dem Ensemble eine poetisch bilderreiche
Aufführung, die sich aus Schauspiel, Musik, Tanz und
Kabarett zusammensetzte. Dabei trafen sich elf
geschichtsträchtige Persönlichkeiten -
unter anderem Eva Braun, Marlene Dietrich, Marylin Monroe und
Edith Piaf - zu Proben für eine Zirkusaufführung.
Gefangen in ihren goldenen Käfigen gelang ihnen erst im
Freiraum der Kunst eine (temporäre) Flucht aus der gepeinigten
Seelenlandschaft. "Hier schmeckt der Tee nach Zimt und nicht
nach kaltem Gold", beschreibt eine der Darstellerinnen das
neue Gefühl.
Die ambitionierte Komposition der Regisseurin ließ
über das gesamte Stück viel Raum für die
Entfaltung von Ängsten, die Hingabe zu Sehnsüchten und
die Gefahr von Euphorie. Bianca Lenhard muss vor allem Mut
bescheinigt werden, die Rollen durchweg mit
Schauspielschülerinnen zu besetzen. Dies machte den Reiz,
aber manchmal auch die Schwäche der Inszenierung aus.
Das Talent der jungen Protagonistinnen war nicht zu
übersehen, doch fehlte es streckenweise an
Stringenz und Charisma. Die Möglichkeit, unter der
Leitung einer erfahrenen künstlerischen Leiterin vor einem
großen Publikum agieren zu können, sollte die Entwicklung
der Darstellerinnen aber weiter beflügeln.







