Buchforst (ac). Einen ungewöhnlichen Wochenendausflug starteten rund 100 Menschen an diesem kalten Samstagnachmittag: Mit Brettern, Farbeimern, Pinseln, Sägen, Heckenscheren und Akkuschraubern "bewaffnet", zogen sie auf den Gipfel das Kalkbergs.
Etwa eine halbe Stunde lang wurde gesägt, geschraubt und
gepinselt, dann schleppte man mit vereinten Kräften die
fertigen Holzbuchstaben zu ihrem künftigen Standort. Seitdem
können Autofahrer auf der B55a den Schriftzug
"www.kalkberg.org" lesen, und schon beim Aufstellen gab
es begeistertes "Zuhupen", obwohl die Lettern nicht so
perfekt wurden wie im Entwurf angekündigt. Aber letztlich geht
es nicht um Form, sondern um Inhalt: "Die Art, wie hier
über den Hubschrauberlandeplatz entschieden wurde, geht vielen
hier gegen den Strich, auch wenn nicht alle, die mitmachen, aus
Kalk oder Buchforst kommen", betont Boris Sieverts. Der
Stadtführer wohnt zwar in Ehrenfeld, hat sein Büro aber
im Rechtsrheinischen. "Es ist nicht nötig, für den
Landeplatz gerade dieses landschaftliche Juwel zu opfern." Der
Kalkberg, so Sieverts, empfiehlt sich für eine radikalen
Perspektivwechsel auf das wenig attraktive Gelände ringsherum.
"Die Stadt hat hier die Möglichkeit, das, was sie
ringsherum angerichtet hat, wieder gut zu machen." Eine
Aussichtplattform ist zwar auch in den Planungen der Stadt
vorgesehen, könnte aber, so Sieverts, nicht am idealen Platz
angebracht werden. Argumente, die den Kalkberg als einzig
möglichen Standort für den Hubschrauberlandeplatz
begründeten, ließ neben Sieverts kaum einer der
Teilnehmer an der Aktion gelten.
"Warum kann man nicht einen vorhandenen Landeplatz an einem
Krankenhaus erweitern", fragten sich Alfredo und Karin Tommasi
aus Buchforst. "Wir haben hier Lärm genug",
pflichtete Thorsten Ester-Bode. Sieverts persönlich würde
das Dach der Messegebäude als Standort bevorzugen.
Die Aufstellung des Schriftzugs wird erst der Auftakt weiterer
Aktionen sein, mit denen Sieverts und Mitstreiter auf den Kalkberg
aufmerksam machen wollen.


