"Es war ein guter Eishockeyabend", kommentierte Uwe Krupp nach dem Spiel gegen die Mannheimer Adler. Der Haie-Chefcoach freute sich über die verdient gewonnenen drei Punkte gegen die Adler und auch über die gute Kulisse mit fast 14.000 Zuschauern in der Lanxess-Arena.
Dieses Ergebnis dürfte nun wohl auch dazu beitragen, dass die Partie am Sonntag gegen die DEG Metro Stars vor ausverkauften Rängen stattfinden wird. Am Dienstagabend waren noch knapp 600 Karten nicht verkauft.
Beide Teams hatten zuletzt wenig erfolgreich gespielt. Die Haie gewannen nur zwei der letzten acht Begegnungen gewonnen, die Adler eins von fünf Spielen. Entsprechend schwer kamen die beiden Mannschaften ins Spiel. Torschüsse waren in den ersten Minuten Mangelware, die erste ernsthafte Torchance gab es für Mannheims Verteidiger Chris Lee in der 6. Minute, als die Gäste erstmals in Überzahl agierten. Sekunden später vereitelte Haie-Verteidiger Torsten Ankert in Baseball-Manier eine weitere Chance der Adler. Nach diesem zögerlichen Auftakt entwickelte sich dann schnell ein ansehnliches Spiel mit doch noch zahlreichen Prüfungen für die guten Torhüter Youri Ziffzer und Fredrik Brathwaite.
Der vor einer Woche aus Schweden nach Köln zurückgekehrte Verteidiger Johan Åkerman zeigte in der 11. Minute nachdrücklich, warum er in der Schussphase der laufenden Punktrunde ein wichtiger Stützpfeiler der Kölner Mannschaft sein wird. Sein mit 138 km/h gemessener Schlagschuss im ersten Kölner Powerplay schlug unhaltbar zum 1:0 ein. Vier Minuten später erhöhte Matt Pettinger nach Zuspiel von Jason Jaspers gar auf 2:0. Es waren die ersten Kölner Tore gegen die Adler in dieser Saison nach zwei vorangegangenen Niederlagen ohne Treffer. Ein weiteres Tor hätte um ein Haar Jason Jaspers nach toller Vorarbeit von Charlie Stephens in der 17. Minute erzielt, doch Fredrik Brathwaite reagierte glänzend.
Es wäre das 3:1 gewesen, denn Yanick Lehoux hatte eine Unaufmerksamkeit der Haie-Abwehr in der 16. Minute mit einem halbhohen Schuss zum 2:1 bestraft. Alles in allem war die Führung der Haie nach dem ersten Drittel verdient.
In das zweite Drittel starteten die Haie in Überzahl, doch mehr als ein auf der Torlinie geblockter Schuss von Philip Gogulla sprang nicht heraus. Das Powerplay resultierte aus einer Strafe für "Unkorrektes Anspiel" gegen den Mannheimer Nicholas Dimitrakos. Ergänzend wäre zu sagen, dass die Linesmen in der Folge die Bullyspieler mit ihrem zögerlichen Verhalten am Anspielpunkt immer wieder zur Verzweiflung brachten.
Kaum waren die Adler wieder komplett, erhöhten die Haie auf 3:1. Felix Schütz bediente John Tripp und dessen Schuss schlug zum 3:1 ein. Als die Gäste in der 27. Minute erneut in Unterzahl gerieten, gab es Chancen im Sekundentakt für die Gastgeber. Doch Alexander Weiß, Matt Pettinger. Charlie Stephens und ihre Kollegen trafen nicht und zudem wurde der frei an der blauen Linie auf eine Schusschance lauernde Johan Åkerman zu lange übersehen.
Erfolgreicher agierten die Adler. Zunächst brachte Adam Mitchell sie auf 2:3 heran, dann glich Yannik Lehoux aus. Beide Treffer resultierten aus Nachschüssen aus kürzester Entfernung. Sowohl Torwart Ziffzer wie die unentschlossenen Abwehrspieler sahen hier nicht gut aus. Kritisch wurde es kurz vor Drittelelende nochmals, als Jonathan d'Aversa auf der Strafbank saß und die Adler ein wahres Dauerfeuer Richtung Ziffzer veranstalteten.
Das entscheidende Tor fiel früh nach 99 Sekunden im
Schlussdrittel. Greg Claaßen eroberte in der neutralen Zone
die Scheibe, fuhr allein auf Brathwaite zu, konnte den zwar
zunächst nicht überwinden, kam aber zu Nachschüssen.
Vier (!) waren es aus unmittelbarer Tornähe, kein Verteidiger
störte entscheidend und schließlich lag der Puck im
Mannheimer Tor. Tino Boos und Kevin Lavallee trafen in den
nächsten Minuten jeweils den Außenpfosten des
Adlergehäuses, Matt Pettinger scheiterte an Brathwaite.
In den letzten Minuten bedrängten die Gäste zwar das
Kölner Tor, doch eine ernsthafte Chance zum Ausgleich
besaßen sie nicht mehr. Auch mit einem sechsten Feldspieler
brachten sie Ziffzer nicht mehr in Gefahr; einen letzten
Kölner Angriff fuhr in den letzten Sekunden John Tripp, der
jedoch am Schuss auf das leere Tor gehindert wurde.
Die begeisterten Zuschauer feierten das Kölner Team mit einer Ehrenrunde.
Weiter geht es für die Haie mit einem Auswärtsspiel in
Augsburg am Freitag, den 27. Januar. Zwei Tage später kommen
die DEG-Metro Stars nach Köln, Spielbeginn am 29. Januar ist
um 16.30 Uhr. Für dieses Derby sind nur noch wenige Karten
erhältlich.
Trainerstimmen:
Harold Kreis (Mannheim): Wir haben heute die entscheidenden Kleinigkeiten nicht konsequent genug ausgeführt. Dann verliert man gegen eine so hart arbeitende Mannschaft wie die Kölner Haie. Die Liga ist sehr ausgeglichen, da muss man in jedem Spiel 100% bringen.
Uwe Krupp (Köln): Das waren wichtige Punkte für uns. Im Gegensatz zu den beiden ersten Spielen gegen Mannheim haben wir heute die nötige Entschlossenheit vor dem Tor gehabt. In dieser engen Liga entscheiden letztlich zwei-drei Prozent über Sieg und Niederlage. Für Greg Claaßen, der auf jeder Position immer gute Leistungen zeigt, freut es mich, dass er das entscheidende Tor geschossen hat. Youri Ziffzer hat gut gehalten. Er wird auch am Freitag in Augsburg spielen.
Statistik:
Kölner Haie - Adler Mannheim : (2:1/1:2/1:0)
Tore: 1:0 (10:46, PP)Johan Åkerman (Überzahl-Tor)
(Charles Stephens, Matthew Pettinger); 2:0 (14:57) Matthew
Pettinger (Charles Stephens, Jason Jaspers); 2:1 (15.59) Yanick
Lehoux (Matthias Plachta); 3:1 (21:47) John Tripp (Felix
Schütz, Philip Gogulla); 3:2 (30:01 PP) Adam Mitchell
(Christopher Lee, Yanick Lehoux); 3:3 (37:03) Yanick Lehoux (Marcus
Kink, Frank Mauer); 4:3 (41:39) Gregory Claaßen (Philip
Riefers, Alexander Weiß)
Strafen: Haie 8 - Adler 10
Torschüsse: Haie 40 - Adler 34
Zuschauer: 13.765


