Hälfte des Lebens in Weiden verbracht

Herta Bastan feierte ihren 100. Geburtstag und will noch verreisen

Weiden (cd). Herta ­Bastan wohnt in der Lessing­straße und konnte vor kurzem ­ihren 100. Geburtstag im Kreise ­ihrer Freunde und der ­Familie ­feiern. Auch Bürgermeister Hans-Werner Bartsch besuchte die Jubilarin in Vertretung von Oberbürgermeister Jürgen Roters und überbrachte ihr im Namen der Stadt Glückwünsche und ein Geschenk.

Ursprünglich stammt ­Herta Bastan aus Essen, wo sie im Kolpinghaus eine Haus­wirtschaftslehre absolvierte. 1933 lernte sie während eines Spaziergangs den Bäcker und Konditor Hans Bastan kennen. Wenig später heirateten die beiden. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor. 1939 wechselte Hans Bastan den Beruf und ging zur Polizei, um einer Einziehung zur Wehrmacht zu entgehen - vergeblich. 1941 wurden Herta Bastan und ­ihre Söhne aus Essen evakuiert und fanden eine neue Bleibe am Bodensee. Als Hans ­Bastan 1946 nach Deutschland zurückkehrte, wurde er von ­Essen nach Köln versetzt, so dass die Familie vom Boden­see aus direkt nach Köln zog. Dabei fand man zunächst in Riehl eine neue Heimat. 1962 wurde jedoch ein weiterer Umzug ­nötig, als Hans Bastan nach einer missglückten Operation querschnittsgelähmt blieb. Eine ebener­dige Wohnung wurde benötigt, und die fand die Familie in der Weidener Lessingstraße. In ­dieser Wohnung lebt Herta Bastan noch heute - inzwischen seit 50 Jahren. Bis heute hat sie sich einen wachen Geist und ihre Unabhängigkeit bewahrt. In ihrem Alltag kommt sie zum größten Teil alleine zurecht, aber einsam ist sie deshalb nicht. "Ich habe ­eigentlich ­immer jemanden um mich ­herum", erklärt sie. Neben ihren beiden noch lebenden Söhnen, die inzwischen ebenfalls in Rente sind, besucht sie auch regelmäßig ihr direkter Nachbar, der fast ebenso lange das Haus bewohnt.
Für die Zukunft wünscht sich Herta Bastan, mit ihren Söhnen auf Reisen zu gehen: "Ich würde gern noch mal mit ­ihnen zusammen an Orte fahren, an denen wir schon früher schöne Zeiten verbracht haben." Ob das möglich ist, hängt von ihrem Gesundheitszustand ab. In jedem Fall hat sich Herta Bastan eine nüchterne Einstellung zum Leben bewahrt: "Man muss einfach dankbar sein, dass man das ­alles mit Hängen und Würgen überstanden hat."

Letzte Änderung: Donnerstag, 02.02.2012 11:40 Uhr

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