Neuer Landeplatz auf dem Krankenhausdach

Hubschrauber landet auf dem Neubau

Merheim (ac). Bisher landen Rettungshubschrauber am Merheimer Krankenhaus auf einem Bodenlandeplatz. Jetzt soll ein fester Landeplatz auf dem Dach des neuen Krankenhausgebäudes errichtet werden. 

Allerdings soll dies kein Ersatz für die Betriebsstation auf dem so genannten "Kalkberg" in Buchforst sein. Obwohl sich die Bezirksvertreter über die neue Maßnahme von den Kliniken nicht ausreichend informiert fühlten, schlossen sie sich nach einem Fachgespräch einstimmig der offiziellen Stellungnahme der Stadt an.

Als "überregionales Traumazentrum" ist die Merheimer Klinik zertifiziert, außerdem hat sie Spezialstationen für Unfallverletzte, Mehrfachverletzte und Schwerstverbrennungen braucht deshalb zwingend einen Hubschrauberlandeplatz mit 24-Stunden-Betrieb - so beschreibt es das Gutachten der Firma Helipad Consulting. Genehmigt werden soll jedoch ein Flugbetrieb in der Zeit von 6 bis 22 Uhr, mit Nachtflügen in medizinischen Notfällen.
Geplant ist der Hubschrauberstandort auf dem Dach des Neubaus, Haus 20b. Während zur Zeit die Verletzten noch rund 100 Meter im Freien transportiert werdenmüssen, soll der Dachlandeplatz einen Lift zum Erdgeschoss erhalten.
Nach Erfahrungswerten des bestehenden Bodenlandeplatzes im Jahr 2009 werden rund 350 Landungen im Jahr, davon etwa 20 Nachteinsätze in Ausnahmefällen, erwartet. Die Nachteinsätze zwischen 22 und 6 Uhr waren, so das Gutachten, "medizinisch indizierte Notfall-Transfers von Verbrennungsopfern", oder kamen durch Verzögerungen von Einsätzen zustande. Für Nachtlandungen wird der Platz mit LED-Streifen markiert. Die baurechtliche Genehmigung wurde bereits im März 2011 erteilt, die luftrechtliche Genehmigung ist von der Kliniken der Stadt Köln gGmbH beantragt. Angeflogen wird der Landeplatz über zwei Anflugschneisen aus nordöstlicher und südwestlicher Richtung.
Jürgen Schuiszill, Vorsitzender der CDU-Fraktion, beklagte vor der Abstimmung in der Bezirksvertretung die spärlichen Informationen der Klinikleitung: "Ich bin es gewohnt, dass man Öffentlichkeitsbeteiligungen auch andersdurchführen kann", verwies Schuiszill. Die fehlenden Stellungnahmen von Bürgern führte Schuiszill auf die "minimale Ankündigung, wahrscheinlich im Amtsblatt", zurück. Schon Vorfeld hatte Schuiszill betont:
"Der neue Dachlandeplatz zeigt, dass entgegen allen Behauptungen die Bürgerinnen und Bürger der Stadtteile Merheim und Neubrück auch zukünftig bereit sind, ihren Beitrag zur Sicherstellung eines optimalen Rettungsdienstes in Köln zu leisten und dies nicht nach Buchforst/Kalk abschieben." Für die SPD wies Kerstin Schmedemann darauf hin, dass die neu zugezogenen Anwohner die Anflüge sehr wohl zu hören bekommen würden. "Die Geräusche sollte man aber bei Rettungsflügen akzeptieren. Nachtflüge gab es auch vorher", betonte Schmedemann und kündigte an, dass auch ihre Fraktion sich der städtischen Stellungnahme anschließen würde.

Letzte Änderung: Montag, 06.02.2012 11:27 Uhr

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