Den Keimen auf der Spur

Umfassendes MRSA-Screening im Franziskus Hospital

Köln. Als erstes Krankenhaus der Stadt testet das St. Franziskus-Hospital alle neu aufgenommenen stationären Patienten auf multiresistente Keime (MRSA). Diese Bakterien können schwere Infektionen verursachen. Seit dem 1. April 2011 wird also ein erweitertes MRSA-Eingangsscreening durchgeführt.

Es geht dabei um die Frage, wie viele Keime im Krankenhaus erworben und wie viele von Außen ins Krankenhaus gebracht werden. Außerdem soll damit verhindert werden, dass sich Keime unbemerkt im Krankenhaus festsetzen und verselbstständingen. Seit dem Start des erweiterten Screenings werden alle stationären Patienten bei ihrer Aufnahme mit einem Nasen- / Rachenabstrich auf MRSA-Keime getestet. "Hierdurch ist gewährleistet, dass ein Träger frühzeitig erkannt wird, und wir die notwendigen Schritte einleiten können", erläutert Ulrich Boll, Hygienefachpfleger des St. Franziskus-Hospitals. Dr. Elmar Kleimann, Ärztlicher Direktor, ergänzt: "Eine erste wesentliche Erkenntnis ist, dass der MRSA sehr häufig nicht erst im Krankenhaus erworben wird, sondern von den Patienten bereits mitgebracht wird." Dies bestätigt die Tatsache, dass von 9000 untersuchten Patienten 139 bereits bei der Aufnahme mit dem MRSA-Keim besiedelt. In den neun Monaten des Screenings haben sich nur fünf Patienten im Krankenhaus selbst mit dem Keim infiziert.
Diese Untersuchung ist so wichtig, da die gefährlichen Bakterien eitrige Infektionen hervorrufen können. Im Falle eines positiven Befundes, werden die Betroffenen sofort isoliert und es wird direkt mit der gezielten Behandlung des Patienten gegend ie Keim-Besiedlung begonnen. Bei 20 bis 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung findet man diese Bakterien im Nasen-Rachen-Raum - ohne dass die Träger erkranken. Bei zwei bis vier Prozent von ihnen ist dieser Keim multiresistent, ein so genannter MRSA-Erreger. Bei abwehrgeschwächten oder schwerkranken Patienten, ganz besonders im fortgeschrittenen Alter, können diese multiresistenten Erreger schwerwiegende Infektionen verursachen. Für Dr. Elmar Kleimann ist  sehr wichitg, dass "durch die Tests die Infektionsrate in unserem Krankenhaus deutlich gesenkt werden kann. Das reduziert langfristig den hohen Aufwand der zusätzlichen Betreuung - und dient nicht zuletzt natürlich der Sicherheitunserer Patienten."

Letzte Änderung: Montag, 06.02.2012 12:05 Uhr

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