Aus für den Keltershof

Sürther Einrichtung muss überraschend schließen

Sürth (sb). Sie seien aus allen Wolken gefallen, als Ende Januar der Brief kam, in dem ihnen die Schließung der Begegnungsstätte mitgeteilt wurde, berichtete Viola Heuser, die Leiterin der Einrichtung. 

Die Betreiberin, die Heimstatt Engelbert aus Essen, informierte den Förderkreis der Begegnungsstätte in dem Brief darüber, dass sie die Einrichtung zum 1. März schließen werde. Da der befristete Arbeitsvertrag von Viola Heuser aber Anfang Februar ausläuft, wird die Begegnungsstätte nun sogar schon zum 8. Februar ihre Türen schließen. Die Begegnungsstätte in der idyllischen Rheinlage existierte bereits seit 1977. Die meisten Besucher waren ältere Menschen, das Angebot war vielfältig. Regelmäßig fanden hier unter anderem Sing- und Spielkreise, Sitzgymnastik- und Gedächtnistrainings sowie Mal-, Englisch- und Französischkurse statt. Auch ein gemeinsames monatliches Mittagessen hatte sich seit einiger Zeit etabliert. Die Stätte bot zudem Raum für viele Veranstaltungen wie Feste, Vorträge und Dichterlesungen. Rund 25 Menschen kamen täglich in die Begegnungsstätte. Als sie die Besucher über die kurzfristige Schließung informieren musste, waren diese fassungslos, erzählte Viola Heuser: "Einigen hat das richtig den Boden unter den Füßen weggezogen. Manche Leute kommen schon seit 30 Jahren, für sie ist die Begegnungsstätte eine richtige Heimat geworden." Aber auch neu Hinzugezogene hätten ihr oft mitgeteilt, wie sehr sie sich freuten, in der Begegnungsstätte Menschen kennenlernen und Kontakte knüpfen zu können. Einen Grund für die Entscheidung nannte die Heimstatt Engelbert übrigens nicht. Man wisse auch nicht, ob das Gebäude verkauft sei, so Heuser.

Im Oktober letzten Jahres sei von einem Verkauf die Rede gewesen, allerdings sei man davon ausgegangen, dass ein anderer Träger die Begegnungsstätte fortführen werde, berichtete die Leiterin. In den wenigen Tagen, die Viola Heuser nach Bekanntgabe der Schließung noch blieben, kümmerte sie sich intensiv darum, die Gruppen in anderen Einrichtungen unterzubringen. Zum Teil sei dies auch gelungen. Der Spielkreis beispielsweise könne die Räume der evangelischen Auferstehungskirche in Sürth nutzen, der Singkreis im Matthias-Pullem-Haus stattfinden. "Man muss sehen, ob das angenommen wird. Viele unserer Besucher sind nicht mehr mobil und für sie sind die Wege möglicherweise zu weit." Ingrid Kupgisch von der Dorfgemeinschaft Sürth bedauerte die Schließung ebenfalls sehr: "Das ist für die Sürther Senioren eine Katastrophe, denn es gibt hier sonst nicht viel für die Älteren", lautete ihr Fazit zum Aus für den Keltershof.

Letzte Änderung: Dienstag, 07.02.2012 11:27 Uhr

Blaulicht - Der Kölner-Polizeireport

Hier finden Sie die aktuellen Polizei- und Feuerwehrmeldungen aus Köln... »

Alle Titel im Großraum Köln/Bonn

Lernen Sie die weiteren Anzeigenblätter im Großraum Köln/Bonn kennen. »