Rodenkirchen (sb). Mit elf Stimmen wurde Mike Homann im Rahmen der letzten Versammlung der Bezirksvertretung zum neuen Bürgermeister des Stadtbezirks Rodenkirchen gewählt. Der 36 Jährige war als gemeinsamer Kandidat der SPD-Fraktion und der Fraktion der Grünen angetreten.
Sieben Stimmen erhielt die Gegenkandidatin der CDU, Monika Roß-Belkner, ein Lokalpolitiker enthielt sich. Vor der Sitzung hatten Mike Homann und Manfred Giesen, der Fraktionsvorsitzende der Grünen, erklärt, dass man seit zweieinhalb Jahren sehr gut und vertrauensvoll zusammenarbeite. "Wir machen Sach- und nicht Personalpolitik", betonte Homann. "Nach intensiven Gesprächen haben wir uns entschieden, auf einen eigenen Kandidaten zu verzichten. Das ist uns nicht leicht gefallen, aber wir sind in sozialen und umweltpolitischen Fragen sehr nah", fasste Giesen zusammen. Was dagegen den Ausbau des Godorfer Hafens beträfe, seien die Differenzen zwischen der SPD und den Grünen allerdings enorm, stellte er fest und räumte ein, dass bei den Hafengegnern die Entscheidung, den SPD-Kandidaten zu unterstützen, auf Unverständnis gestoßen sei. Hafenbefürworter Homann habe aber ein neutrales und ausgleichendes Verhalten zugesagt.
"Im Rat wird er die Position der Bezirksvertretung
vertreten und die Mehrheitsmeinung des Kölner Südens
transportieren", erläuterte Giesen. Homann
unterstützte die Aussage und betonte, dass er als
Bezirksbürgermeister sachlich neutral sein und den Dialog
zwischen Hafenbefürwortern
und Hafengegnern fördern wolle. Ansonsten würde er
versuchen, in die Fußstapfen von Eberhard Petschel
(Grüne) zu treten, den Homann als bodenständig,
bürgernah und engagiert beschrieb. Petschel war zu
Jahresbeginn überraschend von seinem Amt als
Bezirksbürgermeister zurückgetreten. Neuerungen, die
Homann gerne ins Leben rufen würde, wären ein
Jugendparlament und eine Ausbildungsbörse. Zudem wolle er
darauf achten, dass Oberbürgermeister Jürgen Roters sein
Versprechen hinsichtlich der neuen Kita-Plätze im Kölner
Süden halte. Für eine deutliche Verärgerung sorgte
dann die Wahl der Stellvertreter des
Bezirksbürgermeisters.
Gegen die Stimmen der CDU setzten SPD, Grüne, FDP und Linke
einen dritten Stellvertreterposten durch. SPD und Grüne
begründeten ihre Forderung mit der Mehrfachbelastung eines
berufstätigen, ehrenamtlichen Bezirksbürgermeisters. Aus
diesem Grund sei Petschel zurückgetreten, und daraus habe man
eine Lehre gezogen. Durch einen weiteren Stellvertreter könne
die Belastung besser verteilt werden. Die CDU hingegen wertete die
Einführung eines dritten Stellvertreters als
"Pöstchen-Geschachere" und Paradebeispiel für
"kölschen Klüngel". So beanstandete Monika
Roß Belkner, dass es in keinem anderen Kölner Stadtbezirk
einen dritten Stellvertreter gäbe.
Der Posten würde vielmehr nur geschaffen, damit die FDP einen
Stellvertreter stellen könne und Grüne und SPD sich im
Gegenzug mit deren Stimmen die Mehrheit bei der
Bürgermeisterwahl sichern konnten, so die Einschätzung
der CDU. Letztlich blieb Monika Roß-Belkner erste
Stellvertreterin des Bezirksbürgermeisters, zweite
Stellvertreterin wurde Marion Heuser von den Grünen und
dritter Stellvertreter wurde Karl-Heinz Daniel von der FDP.


