Brühl. Mit Martin Stadtfeld, Eric Le Sage, Tzimon
Barto, Jos van Immerseel, Kristian Bezuidenhout und Andreas Staier
haben die Brühler Schlosskonzerte in ihrer 54. Spielzeit
außerordentlich viele herausragende Pianisten zu Gast.
Insbesondere das Haydn-Festival, für das die
UNESCO-Welterbestätte Schloss Augustusburg ab dem 17. August
zehn Tage lang die Pforten öffnet, kommt kaum einen Abend ohne
Hammerklavier oder modernen Konzertflügel aus. Aber auch
hochrangige Vertreter der Kammermusikszene und ausgezeichnete
Orchester werden in den insgesamt 33 Konzerten der Saison zu
hören sein. Auf vielfachen Wunsch des Publikums finden die
sonntäglichen Schlosskonzerte bereits um 19.30 Uhr statt.
Karten für alle Konzerte sind ab sofort im Vorverkauf
erhältlich.
Mit einem wahren Barock-Klassiker, Antonio Vivaldis "Vier
Jahreszeiten", eröffnet das Veroneser Ensemble Il Tempio
Armonico die Schlosskonzerte-Saison. Auch die Barocksolisten
München werfen einen Blick nach Venedig. Sie widmen ihr
Konzert den "Virtuosinnen der Serenissima", den
hochbegabten Schülerinnen Vivaldis im Ospedale della
Pietà. Ähnlich das Elbipolis Barockorchester Hamburg:
gemeinsam mit dem vielfach preisgekrönten Blockflötisten
Jeremias Schwarzer begibt man sich - frei nach dem Motto "Viva
Italia!" - auf eine musikalische Reise ans Mittelmeer. Mit
Werken von Robert Schumann, Ludwig van Beethoven und Claude Debussy
bringt der französische Pianist Eric Le Sage seinem Publikum
einen ganzen "Klavier-Kosmos" nahe.
Zum zweiten Mal bereits ist das Fauré Quartett in Brühl
zu hören. Die vier Musiker gelten mittlerweile als eines der
führenden Klavierquartette weltweit. In ihrem Konzert fragen
sie diesmal: "Lieben Sie Brahms?" Das diesjährige
Sonderkonzert aus der Reihe "WDR 3 Alte Musik in NRW"
trägt den Titel "Great Britannia!" und
präsentiert das niederländische Ensemble L'Armonia
Sonora unter der Leitung der Gamben-Virtuosin Mieneke van der
Velden. Auf dem Programm steht englische Barockmusik von Henry
Purcell, John Jenkins, John Blow und John Coprario. Die Capella
Augustina, das Orchester der Brühler Schlosskonzerte, widmet
sich unter der Leitung von Andreas Spering der bekannten
"Kleinen Nachtmusik" und weiteren Serenaden und
Divertimenti von Wolfgang Amadeus Mozart.
Neu ist in diesem Jahr, dass auf vielfachen Wunsch des
(berufstätigen) Publikums die Schlosskonzerte an Sonntagen
bereits um 19.30 Uhr beginnen. Bei den Schlosskonzerten an
Samstagen bleibt es weiterhin bei der Anfangszeit um 20 Uhr.
Das Haydn-Festival vom 17. bis 26. August wird von der Capella
Augustina und Andreas Spering mit einer musikalischen
Wiederentdeckung, einem veritablen
"Lustspieltrüffel" eröffnet: Joseph Haydns Oper
"Lo Speziale", besser bekannt unter dem deutschen Titel
"Der Apotheker". Eine deutsche Bearbeitung des Lustspiels
ist seit dem 19. Jahrhundert verbreitet, das italienische Original,
das in Brühl aufgeführt wird, war bis heute nur sehr
selten zu hören.
Weitere Highlights mit dem Orchester der Brühler
Schlosskonzerte sind das Konzert "Geist und Brillanz" mit
dem Pianisten Andreas Staier sowie die beiden Konzerte
"Mozart-Wunder & Haydn-Wonnen" mit dem
Hammerklavier-Star Kristian Bezuidenhout. Auch im weiteren Verlauf
des Haydn-Festivals sind herausragende Pianisten zu hören: Jos
van Immerseel kommt mit seinem eigenen Ensemble, Anima Eterna, und
eigenem Hammerflügel nach Brühl. Gemeinsam spielen sie
Werke aus der "Sturm und Drang"-Epoche von C.P.E. Bach,
Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn. Als Haydn-Experte auf dem
modernen Klavier hat sich der renommierte amerikanische Pianist
Tzimon Barto erwiesen, der mit Werken Joseph Haydns, Jean-Philippe
Rameaus und Maurice Ravels zu hören ist - "Klavierspiel
wie auf Flügeln".
Zur jüngeren Generation der Pianisten gehört Martin
Stadtfeld, der mit dem Kölner Kammerorchester in einem
"Posthumen Gipfeltreffen" zwischen Johann Sebastian Bach
und Joseph Haydn sein Debüt in Brühl geben wird. Gleich
mehrere Tasteninstrumente erklingen im Konzert "Auf nach
London!" des französischen Ensembles Le Parlement de
Musique: Martin Gester, Leiter des Ensembles, wechselt bei den
Werken von Giuseppe Sammartini, Johann Adolph Hasse und Joseph
Haydn zwischen Klavier und Orgel hin und her. "Signale der
Sehnsucht" sind im Konzert der Compagnia di Punto zu
hören, bei der das Horn als Soloinstrument im Mittelpunkt
steht.
Beim feierlichen Abschluss-Wochenende des Haydn-Festivals
versammeln sich wie gewohnt hochrangige Spezialisten der
verschiedensten musikalischen Gattungen zum Finale. Neben dem
Orchesterkonzert im Schloss mit Kristian Bezuidenhout und der
Capella Augustina lädt das Quatuor Modigliani zum Treffen
zwischen "Wunderkind und Altmeister" - Juan
Chrisóstomo de Arriaga und Joseph Haydn - in die
Schlosskirche. Jos van Immerseel begleitet in der Galerie am
Schloss den Bariton Thomas E. Bauer beim Liederabend
"Herzklopfen".
Im Max Ernst Museum heißt es "Hayden meets Haydn":
Jazz-Saxophonist Hayden Chisholm improvisiert einen Abend lang
über Themen von Joseph Haydn. Begleitet wird er dabei von dem
ebenso vielseitigen Pianisten Simon Nabatov.
Traditionelle Höhepunkte jeder Schlosskonzerte-Saison sind die
Feuerwerke im Schlosspark zum Abschluss des Haydn-Festivals. Wie in
den letzten beiden Jahren steht die Schlossterrasse aufgrund von
Umbaumaßnahmen nicht als Publikumstribüne zur
Verfügung und eine Live-Bühne kann nicht aufgebaut
werden. So wird noch einmal das Konzept wiederholt, das in den
letzten beiden Jahren Publikum wie Veranstalter begeisterte: Die
Zuschauer finden Platz im wunderschön illuminierten
Schlosspark, während das Musikfeuerwerk von
Feuerwerksweltmeister Helmut Reuter synchron zur Musik von Joseph
Haydn erstrahlt.
Auch zwei Familienkonzerte stehen wieder auf dem Programm: Im
Musiktheaterstück "Der Teufel mit den goldenen
Löckchen", das am Muttertag im Max Ernst Museum
aufgeführt wird, werden die Kinder im Publikum zu
Verbündeten des Schutzengels Angela. Es gilt die
Fago-Brüder, ein weltberühmtes Fagott-Quartett, aus den
Klauen des Teufelchens Luzius zu befreien.
Nach dem Konzert lädt das Max Ernst Museum zum
"Muttertags-Special": Während sich die Mütter
Sonderführungen durch die Sammlung anschließen, haben
Kinder zusammen mit ihren Vätern die Möglichkeit, Max
Ernsts künstlerische Techniken auszuprobieren und besondere
Muttertagsgeschenke zu basteln. Der Eintritt ins Museum und die
Teilnahme an Sonderführungen und Bastel-Workshops sind
für alle Konzertbesucher frei.
"In einem unbekannten Land" - das ist der Titel des
zweiten Familienkonzerts der Saison, das ganz ohne Instrumente
auskommt. Das fünfköpfige a-capella-Gesangsensemble
Hannover Harmonists präsentieren Titelmelodien und Songs
beliebter Film-, Fernseh- und Opernhelden. Moderiert wird das
Konzert von Bruneau, der Kanalratte - einer Figur aus dem
Figurentheater Marmelock.
Die Konzertkarten sind in allen an KölnTicket angeschlossenen
Vorverkaufsstellen erhältlich oder können unter 0221/2801
bzw. auf www.schlosskonzerte.de bestellt werden. Online gekaufte
Tickets können bis zu 90 Minuten vor Beginn des Konzertes
bequem am eigenen Drucker ausgedruckt werden. Weitere Informationen
zu den einzelnen Konzerten gibt es unter www.schlosskonzerte.de.
Das gedruckte Programm kann in der Geschäftsstelle der
Brühler Schlosskonzerte unter 02232/941884 bestellt werden.
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