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Pro Sonnenstunde ein verunglückter Radler

Vertreter von "Velo 2010" präsentierten Maßnahmenkatalog für Sicherheit

Köln (ac). 2005 haben sich Vertreter von Polizei, Stadtverwaltung, ADAC, ADFC und Verkehrswacht Köln e.V. zum Expertenkreis "Velo 2010" zusammengeschlossen. Gemeinsam präsentierten sie Statistiken und Sicherheitsmaßnahmen für Radler.

Im Frühjahr schwingen sich Menschen aufs Fahrrad - keine Überraschung, dass die meisten Unfälle mit Radlerbeteiligung in der warmen Jahreszeit stattfinden. "Pro Sonnenstunde rechnen wir einen verunglückten Radler", resümierte Helmut Simons von der Kölner Polizei. Nach einem Einbruch 2010 stieg die Zahl der verunglückten Radler 2011 wieder an, von 1.383 im Jahr 2010 auf 1.681 2012. In den Vorjahren hatte sie konstant knapp über 1.60o gelegen. Von 2010 auf 2011 bedeutete dies einen Anstieg um rund 21,5 Prozent. Die Zahl der Unfälle bei Radlern stieg von 2010 auf 2011 um rund 18,5 Prozent, war allerdings 2010 ebenfalls kurz eingebrochen und in den Vorjahren nur langsam angestiegen.
Das Gros der verunglückten Radler gehörte zur Altersgruppe de 25-65-jährigen, allerdings steigt die Zahl der Senioren in Fahrradunfällen stetig an, während die der Kinder abnimmt, was angesichts der demographischen Entwicklung nicht verwundert.
Die meisten Fahrradunfälle ereignen sich nicht an sonnigen Wochenenden, wenn Radler, Skater und Fußgänger sich die Rheinpromenade teilen, sondern an Arbeitstagen nachmittags, und sind überwiegend (40 Prozent) so genannte "Wegeunfälle" von Radlern, die zur Arbeit, Schule oder Universität fahren.
Hauptursachen, so Simons, sind bei Radlerunfällen alles, was sich unter dem Oberbegriff "Straßennutzung" zusammenfassen lässt: Fahren gegen die Verkehrsrichtung oder Fahren auf dem Gehweg. Zur Ursachenforschung verschickte die Polizei 2011 Fragebogen an alle schwer verletzten Radler sowie Senioren. "Das Problembewusstsein bei Radlern ist meist nicht besonders ausgeprägt", betonte Polizeipräsident Wolfgang Albers dazu: 90 Prozent der befragten Radler waren laut Umfrage überzeugt, sich richtig verhalten zu haben. Wissensmangel wenn es um Sicherheit geht konstatierte auch Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen- und Verkehrstechnik: Zum siebten Mal führt sein Amt im Mai ein Quiz zum Thema "Sicheres Radfahren" durch, beim Testlauf gab es allerdings niemanden, der alle Antworten richtig beantwortet hatte.
Dramatische Folgen haben Fahrradunfälle oft für Senioren, wenn zum Beispiel bei Ehepaaren nur noch einer mobil ist und sich auch noch schwer verletzt. E-Bikes und so genannte "Pedelecs" spielen allerdings noch kaum eine Rolle: "Rasende Rentner" tauchten als Unfallverursacher in den Statistiken dennoch nicht auf, was Dr. Günter Bäumerich vom Verkehrswacht Köln e.V. auf die Hochwertigkeit der teuren Elektrodrahtesel zurückführte.
Gestiegene Unfallzahlen sind letztlich auch Nebenwirkungen der zunehmenden Beliebtheit, derer sich das Fahrrad als Verkehrsmittel erfreut. Seit 2007, so der Fahrradbeauftragte Jürgen Möllers, registrieren die vier Dauerzählstellen in Köln rund 20 Prozent mehr Radler im Alltagsverkehr. Zu den Verbesserungen für Radler zählte Möllers die Überprüfung der Nutzungspflicht der Radwege. Seit 2011 konnte diese auf rund 20 Kilometer Länge aufgehoben werden. "Der Trend ist: zurück auf die Fahrbahn, weil man auf der Fahrbahn gesehen wird", konstatierte Möllers.

Info/Termine
Zum Expertenkreis "Velo 2010" gehören Vertreter der Polizei, der Stadtverwaltung, des ADFC und ADAC, der Mülheimer Fahrrad-Gruppe, der VCD und der Verkehrswacht Köln e.V.
Das Fahrradquiz "Sicheres Radfahren" des Amtes für Straßen- und Verkehrstechnik dauert vom 1. bis zum 31. Mai. Der Fragebogen kann beim Amt für Straßen- und Verkehrstechnik angefordert werden.
Am 2. Mai lädt der ADFC zu seiner Mängeltour durch den Stadtbezirk Chorweiler ein.
Im Mai und September werden wieder Fahrradchecks im Rheinpark durchgeführt.

Letzte Änderung: Dienstag, 03.04.2012 13:37 Uhr

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