"Dreikönigsgespräch"

Schülerinnen und Schüler diskutieren mit Bundespolitikern

Bilderstöckchen (pm). Wie begeistert man junge Menschen für politische und wirtschaftliche
Themen? Zum Beispiel, indem man sie mit denjenigen diskutieren lässt, die tagtäglich mit diesen Fragen befasst sind. 

Das Dreikönigsgymnasium ermöglicht mit den "Dreikönigsgesprächen" seit einigen Jahren eine Begegnung zwischen aktiven Bundespolitikern und Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 13. Bei der aktuellen Auflage der Gespreäche standen Dr. Michael Paul (CDU), Dietmar Nietan (SPD), Johannes Vogel (FDP), Paul Schäfer (Die Linke) sowie Volker Beck (Grüne) den angehenden Abiturienten Rede und Antwort. Ein 14-köpfiges Projektteam organisierte die gesamte Veranstaltung von der Recherche bis hin zur Dekoration des Podiums. Moderiert wurde die Diskussion von Mara Asmuth und Mark Steffens.

Zunächst ging es um die Finanzkrise und die Frage, ob weitere Finanzhilfen für Griechenland sinnvoll sind. Hier waren sich alle Politiker einig, dass finanzielle Zuwendungen an Bedingungen geknüpft werden müssten. Dr. Michael Paul betonte, es müsse sich immer um "Hilfe zur Selbsthilfe" handeln. Dietmar Nietan forderte ein begleitendes Investitions- und Wachstumsprogramm.

Der von allen Parteivertretern ausdrücklich begrüßte "arabische Frühling", insbesondere die Entwicklungen in Ägypten, forderten dann nach anfänglicher Zurückhaltung auch das Publikum zu Fragen heraus. Auf die Anmerkung, dass das ägyptische Volk noch gar keine Möglichkeit hatte, sich vor den Wahlen zu informieren, antwortete Volker Beck mit der Forderung nach Alphabetisierungs- und Bildungskampagnen und sprach sich für einen Dialog mit den siegreichen Muslimbrüdern aus. Auf die Frage eines Schülers, ob Deutschland als exportstarke Nation nicht sogar von der Lage im Nahen Osten profitieren könnte, reagierte Johannes Vogel mit der Forderung nach Konditionierung (keine Waffenlieferungen!), Demokratietraining sowie dem Aufbau einer freien Presse.

Im dritten Teil der Diskussion erörterten die Teilnehmer aus aktuellem Anlass das brisante Thema NPD-Verbot. Hier herrschte über die Parteigrenzen hinweg Einigkeit, dass ein Verbot wünschenswert wäre, aber rechtlich auch durchsetzbar sein müsse. Aus dem Publikum kam die Frage, ob aus diesem Grunde nicht ein Abzug eines Teils der V-Leute sinnvoll wäre. Dies wurde von Dr. Michael Paul bejaht, zunächst müssten jedoch die Zuständigkeiten geklärt werden.

Zur Suche nach dem künftigen Spitzenkandidaten der SPD wollte sich Dietmar Nietan schließlich nur "unter vier Augen" äußern.

Letzte Änderung: Donnerstag, 12.04.2012 11:23 Uhr

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