Lindenthal (af). Lange hatten sich nur die Anwohner aus Junkersdorf, Weiden und Müngersdorf gegen die Verlegung des Großmarktes nach Marsdorf gewehrt, doch mittlerweile hat sich auch in Lindenthal der Widerstand formiert.
Organisiert von Anwohnern der Gleueler Straße informierten
Bezirksvertreter und Mitglieder verschiedener
Bürgerinitiativen jetzt interessierte Lindenthaler - und davon
gab es reichlich. Rund 250 Zuhörer ließen die Aula der
Grundschule Freiligrathstraße aus allen Nähten platzen.
Auf dem Podium leiteten Bezirksbürgermeisterin Helga
Blömer-Frerker und ihr Stellvertreter Roland Schüler die
Diskussion. "Wir sind der Meinung, dass ein neuer
Standort gesucht werden muss", betonte
Blömer-Frerker. Die Bezirksvertretung Lindenthal hat sich
gegen die Ansiedlung eines so genannten Frischezentrums im
Gewerbegebiet Marsdorf ausgesprochen. An der Toyota-Allee soll der
Warenumschlagplatz zwischen den Autobahnen 1 und 4 ab 2020
beheimatet sein. Die zu erwartende, höhere Verkehrsbelastung
durch den An- und Ablieferverkehr für die umliegenden
Straßen und Wohngebiete, wie die Dürener und Gleueler
Straße sowie Junkersdorf und Müngerdorf, sei nicht
zumutbar, so Roland Schüler. "Für Junkersdorf werden
die Lärm- und Emissionsschutzwerte schon heute
überschritten", berichtete Bettina Boos von der
Bürgerinteressengemeinschaft Junkersdorf. Und über die
Dürener und Gleuler Straße werde der LKW-Verkehr bis nach
Lindenthal hineinfließen, so Schüler. Die Rede ist von
400 bis 500 Fahrzeugen mehr pro Tag für die Gleuler
Straße. Allerdings hat sich der Rat bereits für die
Verlegung des Großmarktes aus dem Kölner Süden nach
Marsdorf ausgesprochen - vorbehaltlich eines Verkehrsgutachtens.
Das muss den Ratsmitgliedern noch vorgestellt werden und liegt in
Auszügen bereits vor. In den Augen der Bezirksvertretung und
der Bürgerinitiativen belegt das Gutachten den erwarteten
Verkehrskollaps im Kölner Westen, sollte das Frischezentrum
nach Marsdorf verlegt werden. Die Verkehrsgutachter kommen jedoch
zu dem Schluss, dass die Mehrbelastungen in "verkehrsschwachen
Zeiten" auftreten und somit "keine nennenswerten
Konflikte mit dem restlichen Verkehrsaufkommen zu erwarten"
seien. Die BV-Politiker und die engagierten Bürger sind da
anderer Meinung: "Die Gleueler Straße ist schon lange am
Verkehrslimit", erklärte Marion Schoen-Amanat, sie hat
mit einem Nachbarn aus der Gleueler Straße Unterschriften
gegen die Großmarkt-Verlegung gesammelt. "Allein
städteplanerisch ist die Verlegung des Großmarktes
absurd. Einerseits hat man mit dem Grüngürtel ein tolles
Refugium zur Erholung geschaffen, andererseits würde dieses
Refugium durch einen Großmarkt in Marsdorf über
alle Maßen vom Verkehr beeinträchtigt", so
Schoen-Amanat.
Um das Frischezentrum in Marsdorf zu verhindern, forderte Astrid
Franzen von der BIG Junkersdorf jeden Bürger auf, an den Rat
und die Verwaltung zu schreiben. Nähere Informationen
unter www.big-junkersdorf.de


