Wanderung durch den Weißer Rheinbogen

Förster Markus Bouwman informierte über den Auenwald

Weiß (sb). Eine Gruppe von rund 30 Personen versammelte sich am Ende der Uferstraße,
um mit Markus Bouwman, dem Leiter der städtischen Forstverwaltung, durch den Weißer Rheinbogen zu wandern.

Dabei gab er nähere Einblicke in die Landschafts- und Waldentwicklung in dem beliebten Spaziergebiet im südlichen Rodenkirchen. Rund zweieinhalb Stunden führte Bouwman zügigen Schrittes durch den Wald und hielt immer wieder zwischendurch an, um den Teilnehmern Einblicke in das Landschaftsschutzgebiet, seine Ökologie und Geschichte zu geben. So staunten die Naturinteressierten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass der Wald im Weißer Rheinbogen in den 60er Jahren praktisch an einem Tag gepflanzt wurde. "Vorher war hier nur Acker, dann entschloss sich die Stadt, ein Naherholungsgebiet anzulegen", erklärte Bouwman. "Aufgrund der Rheinnähe kommt es bei Hochwasser regelmäßig zu Überflutungen, daher sollte es ein Auenwald sein." Vor allem Buchen, aber auch Eichen, Eschen, Ahorn und Vogelkirsche finden sich im westlichen Bereich des Geländes, in Rheinnähe dominieren Hybridpappeln. "Die ganze Landschaft wurde vom Menschen angelegt, allerdings möglichst naturnah", fasste der Förster zusammen. Das Gebiet ist aber nicht komplett bewaldet, manche Flächen wurden als Streuobstwiesen freigehalten. "Zum einen, um den Erlebniswert für die Menschen zu steigern, und zum anderen, um Vögeln in Hecken und Obststräuchern Ansiedlungsräume zu bieten", erläuterte Bouwman, der die Gruppe auch durch ein eingezäuntes, sonst verschlossenes Gebiet führte, die Wasserschutzzone 1. Dort befinden sich mehrere Brunnen zur Förderung von Uferfiltrat. In den 80er Jahren kaufte die Rheinenergie der Stadt das Gebiet ab und finanziert seither die Pflege und Neupflanzungen. "An Wild haben wir hier vor allem Füchse und Kaninchen sowie vereinzelt Hasen", berichtete der Förster. Vor einigen
Jahren habe es auch einmal Wildschweine gegeben, die seien aber wieder verschwunden, berichtete er. Die Teilnehmer hörten Bouwmans Ausführungen gespannt zu und genossen die besondere Wanderung: "Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt", erzählte die Rodenkirchenerin Susann Seibert, und Peter Ziegler ergänzte: "Ich wohne seit 30 Jahren in Weiß und jogge im Weißer Bogen. Ich habe viel gelernt über Sachen, die ich eigentlich schon seit Jahrzehnten sehe, aber bislang nie wusste, was sich dahinter verbirgt." Nähere Infos zu Führungen und mehr gibt es im Veranstaltungsprogramm 2012 des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen unter www.stadt-koeln.de

Letzte Änderung: Mittwoch, 16.05.2012 13:39 Uhr

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